Wilhelminenspital: Containerzubau für Dialysepatienten

Direktoren des Wilhelminenspitals präsentieren Fakten und Trends

Wien (OTS) - Im Rahmen des heutigen Mediengespräches gab die Kollegiale Führung des Wilhelminenspitals gemeinsam mit dem Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie und Vorstand der Nephrologischen Abteilung des Wilhelminenspitals, Univ. Prof. Dr. Kovarik, einen Einblick in Fakten, Trends und zukunftsweisende Projekte im Dialysebereich.

Zukünftige Projekte im Wilhelminenspital

Ein Nephrologiekonzept im Wilhelminenspital mit Erweiterung der Dialyse- und Bettenkapazität wird erarbeitet, wobei kurzfristig durch Personalaufstockung weitere zehn Patienten im Bereich der Akutdialyse versorgt werden sollen und mittelfristig eine Erweiterung der Hämodialysekapazität in Form eines Containerzubaus geplant ist. Der Bau des Containers soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein und wird zunächst weitere sechs Plätze für insgesamt 36 zusätzliche Patienten bieten.

Fakten zur Dialysesituation

o Demographische Entwicklung Die Menschen werden dank der ständigen Weiterentwicklung der Medizin deutlich älter. Dadurch kommt es zu einem Anstieg der chronischen Erkrankungen wie beispielsweise der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus II). Vor allem bei Diabetespatienten setzen früher oder später die Nierenfunktionen aus, wodurch eine Blutwäsche (Hämodialyse) erforderlich wird. Viele Dialysepatienten müssen dauerhaft zur Dialyse, da bedingt durch oft hohes Alter und zusätzliche weitere Erkrankungen eine Nierentransplantation nicht möglich ist.

Der Anteil der transplantierten Patienten ist in Österreich, verglichen zum internationalen Ausland, hoch.

Um dem erwarteten ansteigenden Bedarf an chronischen Dialyse-Patienten gerecht zu werden, wurden im ÖKAP (Österreichischer Krankenanstaltenplan, erstellt vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen, im Auftrag des Bundesministeriums für Soziale Sicherheit und Generationen) Berechnungen bezüglich der erforderlichen Plätze durchgeführt. Der ÖKAP sieht für Wien 7,1 Plätze je 100.000 Einwohner vor, das bedeutet für Wien konkret 114 Plätze. In dem für Wien vom ÖBIG erstellten Krankenanstaltenplan (WKAP) sind bereits über die Zahlen des ÖKAP hinausgehend 122 Dialyse-Plätze vorgesehen. Diese Zahl wird bis 2005 umgesetzt.

Aktuelle Situation im Wilhelminenspital

Jeder Patient des Wilhelminenspitals, der einer Dialysebehandlung bedarf, wird versorgt, es gibt keine Zugangsbeschränkung. Die international festgelegten Qualitätskriterien werden vollinhaltlich eingehalten.

Eine vierte Schicht würde im Wilhelminenspital nur als Notlösung vorübergehend zu tolerieren sein. Für die Patienten selbst ist sie äußerst unangenehm, da es zu Störungen des Biorhythmus der betroffenen Patienten kommen kann, und wird daher abgelehnt. Bevor jedoch ein Patient nicht dialysiert werden kann, soll er im Notfall in der vierten Schicht behandelt werden, da die Nicht-Behandlung auf jeden Fall gefährlich wäre.

Trends

Derzeit besteht in ganz Wien ein Mangel an speziell geschultem Pflegepersonal für die Dialyse. Das bedeutet, dass derzeit vorhandene Dienstposten nicht besetzt werden können. Es werden intensive Anstrengungen unternommen, geeignetes Personal zu rekrutieren und zu schulen.

Nach den neuesten Erkenntnissen und Berechnungen der ÖGN (Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie) und des ÖBIG ist bis 2010 eine Steigerung der erforderlichen Dialyseplätze um 50% zu erwarten. Bei der Erstellung der neuen ÖKAP-Planung durch das Bundesministerium wird entschieden werden, an welchen Standorten eine Kapazitätssteigerung erfolgen soll.

Durch die bereits vom Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, angekündigte dritte Schicht im Hanusch-Krankenhaus ist eine Entspannung der Situation zu erwarten.

Im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) ist eine Ausweitung der Dialyseplätze für dieses Jahr vorgesehen. Es sollen sowohl im Kaiser-Franz-Josef-Spital als auch im Donauspital jeweils fünf weitere Plätze für jeweils 30 Patienten zur Verfügung stehen. (Schluss) bw

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