• 02.04.2004, 10:52:27
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Waneck: Österreichische Männer sterben 5,7 Jahre früher als Frauen

Erster Österreichischer Männergesundheitsbericht

Wien, (BMGF/STS) – „Österreichs Männer sterben um 5,7 Jahre früher
als österreichische Frauen, fühlen sich aber gesünder“, sagte FP-
Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck. Das ist
eines jener Ergebnisse, welches der „Erste Österreichische
Gesundheitsbericht“ zu Tage förderte, der heute im Rahmen einer
gemeinsamen Pressekonferenz der drei FP-Staatssekretäre Haubner,
Schweitzer und Waneck präsentiert wurde. *****

Männer hätten, so Waneck, tendenziell ein höheres Risiko an
geschlechtsspezifischen Erkrankung zu leiden als Frauen. „Sie
erkranken zwar nur halb so oft an bösartigen Neubildungen, sterben
aber doppelt so oft daran“, so Waneck. „Männer sind Vorsorgemuffel:
Von den 856.810 Vorsorgenuntersuchungen im Jahr 2002 sind nur
350.851 auf Männer entfallen“, bekrittelte Waneck. Das Resultat sei,
dass Männer in der Folge häufiger an vermeidbaren Krankheiten litten
als Frauen. So hätten Österreichische Männer das dreifache Risiko an
einer Leberzirrose zu sterben und erkrankten auch häufiger an
Lungenkarzinomen als Frauen.

Dies, so Waneck weiter, zeige sich auch in den altersbezogenen
öffentlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf. Für das Jahr 2000
entfallen 56 Prozent der altersabhängigen, öffentlichen
Gesundheitsausgaben auf Frauen, und 44 Prozent auf Männer. Bei einem
Anteil der Frauen an der gesamten Bevölkerung von 51 Prozent (wobei
in den Altersgruppen 50 plus der Frauenanteil noch wesentlich höher
ist).

Männer müssten stärker zur Gesundenuntersuchung motiviert werden.
Dabei seien auch geschlechterspezifische Unterschiede zu bedenken.
Die Lösung könnten "Bonussysteme" bringe, meinte Waneck. Wer sich
regelmäßig einer Vorsorgeuntersuchung unterziehe, könne etwa mit
niedrigeren Krankenversicherungs-Beiträgen belohnt werden. "Die
höchste Lebenserwartung hat in Österreich eine junge,
bewegungsaktive Frau aus Westösterreich, während ein inaktiver Mann
über 50 aus Ostösterreich die kürzerste Lebenserwartung hat", fasste
Waneck zusammen.

„Der augenscheinlichste Unterschied zwischen Männern und Frauen ist
der Unterschied in der Lebenserwartung“, so Waneck. In Europa sei
die Lebenserwartung in den vergangenen 50 Jahren stetig angestiegen.
So lag innerhalb der EU 1998 die mittlere Lebenserwartung (zum
Zeitpunkt der Geburt) bei Frauen um die 80,8 Jahre, bei Männern um
die 74,5 Jahre. Für 2050 errechnete EUROSTAT die Lebenserwartung in
der EU mit: 87 Jahre für Frauen und 83 Jahre für Männer.
Jeder könnte sein Leben gleichsam aus eigener Kraft um insgesamt 20
Jahre verlängern, so Waneck. Wobei man sich am wenigsten durch
"Superpillen" wie z. B. Cholesterinsenker erwarten dürfe, die gerade
ein halbes Jahr brächten. Mehr wiegt eine gesunde, ausgewogene
Ernährung: 2 Jahre. Noch mehr das Vermeiden von Übergewicht:
Zweieinhalb Jahre. Am meisten gewinnt jeder, der aufs Rauchen
verzichtet: 8 Jahre. Und wer sich regelmäßig bewegt, kann nochmals 6
Jahre draufsetzen!
"In manchen Schulen wurde der Sport auf eine Stunde in der Woche
gekürzt. Rechnet man Pause, Umziehen, Duschen weg, bleiben 35
Minuten! Das ist einfach viel zu wenig!", so Waneck, der sich nun
für eine Umschichtung im Lehrplan stark machen will. „Turnunterricht
macht den Schulkindern nicht nur Spaß. Mehr Sport erhöht auch die
Lebenserwartung“, so Waneck.

Zusammenfassend könne gesagt werden, so Waneck, dass Männer ein
höheres relatives Risiko hätten, wobei die Risikosteigerung bereits
in jüngerem Alter bemerkbar sei. Weiters hätten Männer höhere
Risikofaktorenprävalenz, ein geringeres Gesundheitsbewusstsein, eine
höhere Risikobereitschaft und ein mangelndes Vorsorgebewusstsein.
„Wir werden mehr auf unsere Herren schauen müssen“, schloss Waneck.
(Schluss) mg bxf

OTS0065    2004-04-02/10:52

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