Waneck: Österreichische Männer sterben 5,7 Jahre früher als Frauen

Erster Österreichischer Männergesundheitsbericht

Wien, (BMGF/STS) – „Österreichs Männer sterben um 5,7 Jahre früher als österreichische Frauen, fühlen sich aber gesünder“, sagte FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck. Das ist eines jener Ergebnisse, welches der „Erste Österreichische Gesundheitsbericht“ zu Tage förderte, der heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der drei FP-Staatssekretäre Haubner, Schweitzer und Waneck präsentiert wurde. *****

Männer hätten, so Waneck, tendenziell ein höheres Risiko an geschlechtsspezifischen Erkrankung zu leiden als Frauen. „Sie erkranken zwar nur halb so oft an bösartigen Neubildungen, sterben aber doppelt so oft daran“, so Waneck. „Männer sind Vorsorgemuffel:
Von den 856.810 Vorsorgenuntersuchungen im Jahr 2002 sind nur 350.851 auf Männer entfallen“, bekrittelte Waneck. Das Resultat sei, dass Männer in der Folge häufiger an vermeidbaren Krankheiten litten als Frauen. So hätten Österreichische Männer das dreifache Risiko an einer Leberzirrose zu sterben und erkrankten auch häufiger an Lungenkarzinomen als Frauen.

Dies, so Waneck weiter, zeige sich auch in den altersbezogenen öffentlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf. Für das Jahr 2000 entfallen 56 Prozent der altersabhängigen, öffentlichen Gesundheitsausgaben auf Frauen, und 44 Prozent auf Männer. Bei einem Anteil der Frauen an der gesamten Bevölkerung von 51 Prozent (wobei in den Altersgruppen 50 plus der Frauenanteil noch wesentlich höher ist).

Männer müssten stärker zur Gesundenuntersuchung motiviert werden. Dabei seien auch geschlechterspezifische Unterschiede zu bedenken. Die Lösung könnten "Bonussysteme" bringe, meinte Waneck. Wer sich regelmäßig einer Vorsorgeuntersuchung unterziehe, könne etwa mit niedrigeren Krankenversicherungs-Beiträgen belohnt werden. "Die höchste Lebenserwartung hat in Österreich eine junge, bewegungsaktive Frau aus Westösterreich, während ein inaktiver Mann über 50 aus Ostösterreich die kürzerste Lebenserwartung hat", fasste Waneck zusammen.

„Der augenscheinlichste Unterschied zwischen Männern und Frauen ist der Unterschied in der Lebenserwartung“, so Waneck. In Europa sei die Lebenserwartung in den vergangenen 50 Jahren stetig angestiegen. So lag innerhalb der EU 1998 die mittlere Lebenserwartung (zum Zeitpunkt der Geburt) bei Frauen um die 80,8 Jahre, bei Männern um die 74,5 Jahre. Für 2050 errechnete EUROSTAT die Lebenserwartung in der EU mit: 87 Jahre für Frauen und 83 Jahre für Männer.
Jeder könnte sein Leben gleichsam aus eigener Kraft um insgesamt 20 Jahre verlängern, so Waneck. Wobei man sich am wenigsten durch "Superpillen" wie z. B. Cholesterinsenker erwarten dürfe, die gerade ein halbes Jahr brächten. Mehr wiegt eine gesunde, ausgewogene Ernährung: 2 Jahre. Noch mehr das Vermeiden von Übergewicht:
Zweieinhalb Jahre. Am meisten gewinnt jeder, der aufs Rauchen verzichtet: 8 Jahre. Und wer sich regelmäßig bewegt, kann nochmals 6 Jahre draufsetzen!
"In manchen Schulen wurde der Sport auf eine Stunde in der Woche gekürzt. Rechnet man Pause, Umziehen, Duschen weg, bleiben 35 Minuten! Das ist einfach viel zu wenig!", so Waneck, der sich nun für eine Umschichtung im Lehrplan stark machen will. „Turnunterricht macht den Schulkindern nicht nur Spaß. Mehr Sport erhöht auch die Lebenserwartung“, so Waneck.

Zusammenfassend könne gesagt werden, so Waneck, dass Männer ein höheres relatives Risiko hätten, wobei die Risikosteigerung bereits in jüngerem Alter bemerkbar sei. Weiters hätten Männer höhere Risikofaktorenprävalenz, ein geringeres Gesundheitsbewusstsein, eine höhere Risikobereitschaft und ein mangelndes Vorsorgebewusstsein. „Wir werden mehr auf unsere Herren schauen müssen“, schloss Waneck. (Schluss) mg bxf

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