Greenpeace: Augen auf - Gentechnik raus

Greenpeace warnt vor Gentechnik im Einkaufskorb

Wien (OTS) - Nicht alle österreichischen Lebensmittelproduzenten garantieren Essen ohne Gentechnik. Die Umweltorganisation Greenpeace präsentierte heute einen Einkaufsratgeber, mit einem Überblick über die einzelnen Hersteller und Händler. "Schwarze Schafe" finden sich demnach ausreichend: Rund 50 der 250 von Greenpeace angeschriebenen Firmen - darunter Ankerbrot, Bahlsen, Ölz und Spitz oder auch Procter&Gamble mit Produkten wie Bounty und Pringles - wollen anscheinend nicht auf Gentechnik in ihren Produkten verzichten. "Greenpeace fordert die Konsumentinnen und Konsumenten auf, ab dem 18. April besonders genau aufs Kleingedruckte zu achten", so Greenpeace-Molekularbiologin Susanne Fromwald. "Das eine oder andere Gentech-Produkt könnte sich auch in Ihren Einkaufskorb verirren."

Von der neuen Kennzeichnungspflicht sind deutlich mehr Produkte umfasst als bislang: Alle Lebensmittel und Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen müssen ab dem 18. April gekennzeichnet sein, unabhängig davon, ob die Genmanipulation im Endprodukt nachweisbar ist. Eine deutliche Verbesserung im Vergleich mit der alten Kennzeichnung, da beispielsweise Maiskeimöl und Glukosesirup aus gentechnisch verändertem Mais oder Lecithin aus Gentech-Soja nun erstmals gekennzeichnet werden müssen: Etwa mit den Worten "...hergestellt aus gentechnisch verändertem Mais".

Leider hat die neue Kennzeichnung eine große Lücke: Tierische Produkte wie Fleisch, Milch, oder Eier, zu deren Herstellung gentechnisch verändertes Tierfutter verwendet wurde, müssen nicht gekennzeichnet sein. "Über die Hintertür des Tierfutters landet die Gentechnik auf den Tellern der Österreicher", kommentiert Steffen Nichtenberger, Tierfutter-Kampagner von Greenpeace.

Österreich importiert jährlich etwa 550.000 Tonnen Soja. Davon sind rund zwei Drittel aus Gentech-Produktion und werden an Tiere verfüttert. Eine aktuelle ISMA-Umfrage zeigt: Die Österreicher lehnen gentechnisch verändertes Tierfutter in der Lebensmittel-Produktion klar ab. "Die Konsumenten und Konsumentinnen lehnen Gentechnik in tierischen Produkten nicht nur mehrheitlich ab, 90 Prozent wären sogar bereit, für tierische Produkte aus garantiert gentechnikfreier Fütterung mehr zu bezahlen", so Nichtenberger. Jetzt liegt der Ball bei den Herstellern. Diese müssen die Wünsche der Österreicher ernst nehmen und für das entsprechende gentechnikfreie Angebot bei Fleisch, Wurst und Eiern sorgen, fordert Greenpeace.

Greenpeace wird im Rahmen des Projektes "Gendetektive" auch weiterhin gemeinsam mit besorgten Konsumenten in ganz Österreich die Supermarkt-Regale kontrollieren und dafür sorgen, dass keine gekennzeichneten Gentech-Lebensmittel in Österreich verkauft werden.

Rückfragen & Kontakt:

Axel Grunt, Pressesprecher Greenpeace, 01-5454580-33 od. 0664-2407075
Mag. Susanne Fromwald, Molekularbiologin Greenpeace, 01-5454580-75 oder 0664-6126706
Steffen Nichtenberger, Tierfutter-Kampagner Greenpeace, 01-5454580-69 od. 0664-6126703

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