"Neues Volksblatt" Kommentar: "Bumerang" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 31. März 2004

Linz (OTS) - =

Wenn der gesamte Einsatz des Parteiapparats, ergänzt
durch ÖGB- und AK-Kräfte und höchsten finanziellen Einsatz, nicht mehr bringt als gerade noch Platz 10 im Volksbegehrens-Ranking, muss man schon unter gewaltigem Realitätsverlust leiden, trotzdem von einem Erfolg zu sprechen. Hochgradiger Populismus (in alter FPÖ- oder neuer Chianti-Tradition?) hat nicht den erwarteten Turbo im SPÖ-Permanentwahlkampf gezündet, sondern ist als Rohrkrepierer verröchelt.
Personell betrachtet hat das Parteibegehren zwei Verlierer hervorgebracht: SPÖ-Vize Erich Haider als Initiator, der nicht einmal in seinem Heimatbundesland ein Spitzenergebnis zusammenbrachte. Und, vor allem, der von Haider (diesmal Erich) in den Flop getriebene Parteivorsitzende Alfred Gusenbauer, dessen parteiintern (nach den Flügelkämpfen rund um Blau-Rot in Kärnten) ohnedies schon angesägter Stuhl einen weiteren Riss bekommen hat. Gusenbauer ist, spätestens nach dem Parteibegehren, endgültig zum Parteichef mit absehbarem Ablaufdatum geworden. Der in Richtung Regierung geschleuderte Bumerang ist der SPÖ auf den eigenen Kopf gefallen.

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