MORAK: WIR BRAUCHEN MEHR BEWUSSTSEIN FÜR DIE LEISTUNGEN ÖSTERREICHISCHER ARCHITEKTINNEN UND ARCHITEKTEN

Kunststaatssekretär bei parlamentarischer Architekturenquete

Wien, 30. März 2004 (ÖVP-PK) "Österreichische Architektur hat international einen hervorragenden Ruf. Es ist mein Ziel, verstärkt Anstrengungen zu unternehmen, um für unsere Architektinnen und Architekten auch in Österreich eine größere Öffentlichkeit zu schaffen." Das sagte heute, Dienstag, Kunststaatssekretär Franz Morak bei der parlamentarischen Architekturenquete. ****

Seit Beginn der neunziger Jahre, so Morak, sind Architektur und Baukultur verstärkt zum Gegenstand staatlicher Politik in zahlreichen europäischen Ländern geworden. Das von der europäischen Architektenvereinigung ratifizierte Weißbuch "Architecture in Europe Tomorrow" hob die Bedeutung von Architektur als Wirtschaftssektor, aber auch ihre gesellschaftspolitische Bedeutung hervor. Schließlich habe auch der Rat der Europäischen Union in seiner Entschließung vom 12. Februar 2001 die Bedeutung architektonischer Qualität der städtischen und ländlichen Umwelt unterstrichen.

In Österreich sei der Stellenwert von Architektur und Baukultur noch zu wenig etabliert, so Morak weiter. "Um die österreichische Debatte zur Architekturpolitik in einen internationalen Kontext zu stellen", habe er die "Österreichische Kulturdokumentation. Internationales Archiv für Kulturanalysen" beauftragt, einen Überblick über verschiedene nationale und europäische Architekturpolitiken zu erstellen. Die Publikation "Schnittpunkt ArchitekturPolitik" zeigt auf, in welchem Rahmen Konzepte und Strategien in Europa diskutiert werden.

Morak verwies in dem Zusammenhang auch auf die Förderschienen für Architektur im Bundeskanzleramt, die auf drei Säulen basieren und sich vor allem auf die Darstellung und Vermittlung von Architektur konzentrieren. Morak erläuterte das ausführliche Stipendienprogramm, die Förderung der Architekturhäuser und -institutionen sowie die Förderung einzelner Projekte wie Architekturdatenbanken und Ausstellungen im In- und Ausland, die gerade ihm ein besonderes Anliegen sind. Dazu kommen noch verschiedene Preise, beispielsweise der Friedrich Kiesler-Preis oder der Preis für experimentelle Architektur.

Um die Situation der Architektur und Baukultur in Österreich zu analysieren und die verschiedenen Interessensgruppen an einen Tisch zu bringen, hat Staatssekretär Morak Anfang dieses Jahres begonnen, einzelne Bereiche der Architekturpolitik in Form von Gesprächsrunden mit Expertinnen und Experten zu diskutieren. "Es sollen die dringendsten Problembereiche festgestellt und entsprechende Lösungen und Reformvorschläge diskutiert werden", so Morak, der abschließend betonte, dass es seit seinem Amtsantritt trotz angespannten Budgets gelungen sei, das Architekturbudget um 27,5 Prozent zu steigern. (Schluss)

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