Konjunkturbarometer der Branche zeigt nach oben

Talfahrt 2003 gestoppt - schwach positive Entwicklung im ersten Quartal - optimistische Erwartungen für das 2. Quartal

Wien (PWK213) - "Mit dem nun vorliegenden Jahresbericht der Bundessparte Gewerbe und Handwerk zeigt sich, dass im Vorjahr die Talfahrt der letzten beiden Jahre gestoppt wurde", betonte heute, Dienstag, der Leiter der KMU-Forschung Austria, Walter Bornett. Der Umsatz ist im Vorjahr nominell um 0,6 Prozent gestiegen, die 63.000 Unternehmen erwirtschafteten im Vorjahr einen Gesamtumsatz von 44,8 Mrd. Euro. Da die Kostensteigerungen aufgrund der starken Preiskonkurrenz nicht zur Gänze weiterverrechnet worden sind, sei insgesamt von einer Verschlechterung der Ertragskraft und von einem sich verschärfenden Eigenkapitalmangel auszugehen. Der Beschäftigtenstand konnte 2003 aber mit rund 570.000 Menschen gehalten werden. Für den Obmann der Bundessparte, Georg Toifl, unterstreicht dies einmal mehr, dass das Gewerbe der Stabilitätsfaktor am österreichischen Arbeitsmarkt ist.

Nach Branchen verlief das Jahr 2003 relativ günstig vor allem für die Mechatroniker, die Kunststoffverarbeiter und Schlosser. Die Spengler, das Baugewerbe und die Dachdecker verzeichneten immerhin sowohl nominell als auch nach Berücksichtigung der Preiseffekte knapp positive Ergebnisse. Bei den Textilreinigern ist das schlechte Jahresergebnis zur Gänze auf die Umsatzeinbußen der kleineren Betriebe (mit weniger als 20 Beschäftigten) zurück zu führen. Differenziert nach Betriebsgrößen, haben sich die größeren Betriebe relativ besser behaupten können als die Kleinbetriebe. Preisbereinigt meldeten die Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigten ein Umsatzminus von 1,4 %, die Betriebe mit 10 bis 19 Beschäftigten Rückgänge um 0,1 % und die Betriebe ab 20 Beschäftigte ein Plus von 0,9 %.

Der Exportanteil am Gesamtumsatz ist im Gewerbe und Handwerk österreichweit mit 5 % im Jahr 2003 konstant geblieben und beträgt rd. € 2,24 Mrd. Die Investitionen je Beschäftigten sind im Vorjahr im Vergleich zu 2002 um 4 % gesunken und betrugen im Durchschnitt rd. € 3.800,--. Das Investitionsvolumen der Gewerbe- und Handwerksbetriebe lag damit insgesamt bei rd. € 2,4 Mrd. Der Anteil der Betriebe ohne Investitionen ist von 27 % auf 26 % zurückgegangen. Für 2004 ist von einer leicht steigenden Investitionsneigung auszugehen. 45 % der Betriebe beabsichtigen zu investieren, 18 % planen eine Erhöhung ihrer Investitionen, 19 % gleich bleibende und 8 % geringere Investitionen als im Vorjahr.

Die Ertragslage im Gewerbe und Handwerk ist besorgniserregend. 42 % der Betriebe arbeiten mit Verlust und 39 % ohne Eigenkapital. Besonders schlecht ist in diesem Zusammenhang die Situation der Kleinbetriebe.

Für das erste Quartal 2004 zeigt sich eine schwach positive Entwicklung im österreichischen Gewerbe und Handwerk. Die Geschäftslage wird etwas besser beurteilt als im I. Quartal 2003 und die Beschäftigtenzahl ist zu Jahresbeginn (Durchschnitt Jänner/Februar) um 0,9 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

In den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich zum I. Quartal 2003 um 6 % gesunken. Ausschlaggebend dafür waren ein Rückgang der privaten Nachfrage um 5 % und vor allem fehlende Impulse seitens der öffentlichen Hand. Der Anteil öffentlicher Aufträge ging um 12 % zurück. Im konsumnahen Bereich hat sich die Situation kaum verändert. Per Saldo melden immer noch mehr Unternehmen Umsatzrückgänge als Umsatzsteigerungen.

Für den Jahresbeginn 2004 sind die Unternehmerinnen und Unternehmer sehr zuversichtlich. Der Anteil der Optimisten überwiegt sowohl in den investitionsgüternahen als auch in den konsumnahen Branchen und ist auch im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. 76 % der Betriebe beabsichtigen, den Beschäftigtenstand auch in den nächsten Monaten zu halten, so dass saisonbereinigt keine größere Veränderung der Beschäftigungssituation im Gewerbe und Handwerk zu erwarten ist. (us)

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