WOLFMAYR: "ÖKOSOZIALE ARCHITEKTUR" ALS ANTWORT AUF NEUE HERAUSFORDERUNGEN

ÖVP-Kultursprecherin bei der parlamentarischen Architekturenquete

Wien, 30. März 2004 (ÖVP-PK) Für ÖVP-Kultursprecherin Abg. Dr. Andrea Wolfmayr hat die heutige parlamentarische Enquete über Architektur und Baukultur in Österreich drei Ziele: die Standortbestimmung, die Schaffung öffentlichen Bewusstseins und die Information. "Architektur ist ein Vorzeigefaktor unseres Landes und bestimmt unser tägliches Leben. Daher war es wichtig, auch auf Grundlage der heutigen Enquete einen ersten Überblick darüber zu gewinnen, wo Handlungsbedarf und -möglichkeiten bestehen, wo Rahmenbedingungen verbessert und Entwicklungen beschleunigt werden können", so Wolfmayr heute, Dienstag. ****

Bei der Enquete wurden, so Wolfmayr, viele innovative Beispiele für wegweisende Architektur in Österreich präsentiert. "Es wurde auf die Bedeutung von Architektur als Querschnittsmaterie in einem Spannungsfeld von Qualität, Innovation und Investition an einer Nahtstelle zwischen Kunst und Technik ebenso hingewiesen wie darauf, wie Architektur durch die Geschichte bis heute Ausdruck von Lebenskultur und Identität ist: Architektur als Visitenkarte unseres Landes mit weit reichenden Auswirkungen etwa auf den Tourismus, mit Folgeaufträgen in den verschiedensten Branchen, als Wachstumsmotor für die Wirtschaft, als Chance für Arbeitsplätze, für den Export, aber auch für Bildung und als Impulsgeber hinsichtlich Forschung und Entwicklung. Architektur als permanente Auseinandersetzung von gestalterischem Anspruch mit finanziellen Mitteln, Umweltverträglichkeit und Alltagstauglichkeit. Architektur, die Bau-und Kulturdenkmäler in innovativer Weise und selbstbewusst erhält und in Spannung zur Gegenwart setzt."

Die Architektur stehe durch demographische Veränderungen vor umwälzenden Herausforderungen, fuhr die ÖVP-Kultursprecherin fort und nannte die Nachhaltigkeit hinsichtlich Bau und Betrieb und neue Nutzungsformen aufgrund geänderter Mobilitätsbedürfnisse und erweiterter sozialer Rahmenbedingungen. Die neue Architektur bezeichnete Wolfmayr - in Anlehnung an das Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft - als ökosoziale Architektur. "Eine Architektur, in der Form und Funktion, Äußeres und Inneres zusammenwirken im Interesse aller, die diese Gebäude und deren Umfeld, ob es nun den städtischen oder ländlichen Raum betrifft, nutzen und benutzen, beruflich oder privat. Alte und Junge, Behinderte, Frauen mit Kleinkindern, Immigrant/innen, sie alle brauchen eine Umgebung, die Freiraum lässt und Kommunikation ermöglicht. Baukultur als öffentliches Anliegen bedingt eine Beispielsfunktion der öffentlichen Hand. Und Fantasie, kreative und innovative Lösungen werden nötig sein, junge Begabungen und neue Ideen - sozusagen ‚frische Fische im Architektenpool’".

Besonders hob Wolfmayr im Rahmen der Enquete die Initiative "Kunst am Bau" hervor, die Landeshauptmann Waltraud Klasnic in der Steiermark zu neuem Leben erweckt habe: In Zukunft soll die Kunst-und Bauinitiative bei öffentlichen Gebäuden wieder auch der künstlerischen Gestaltung zugute kommen. Kunst darf dabei aber nicht als Staffage fungieren, als "Möblierung" oder Ausstattung mit Bildern, sondern als Zusammenwirken heimischer Künstler mit den Architekten, als Einheit und gestaltetes Ganzes. "Ich denke, dass diese regionale Initiative auch einen Schritt in die Richtung weist, in die Architektur in Zukunft gehen sollte", schloss Wolfmayr. (Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0007