Die heimischen Unternehmen lassen zwölf Milliarden Euro im Osten liegen: Österreich nur "angemessen" auf EU-Erweiterung vorbereitet

Vorausmeldung zu Gewinn 4/04

Wien (OTS) - Dass Österreichs Unternehmen die bevorstehende EU-Erweiterung relativ gelassen sehen, mag nicht weiter überraschen, aber dass drei Viertel jener Firmen, die seit Jahren Milliarden in den neuen Ostmärkten erwirtschaften, zwölf Milliarden Euro auf den Oststraßen liegen lassen, schon. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der internationalen Beratungsfirma Droege & Comp., wie der GEWINN berichtet. In dieser Studie wurden die Ostaktivitäten der 500 größten Unternehmen der Alpenrepublik analysiert sowie über 100 Experteninterviews mit Topmanagern aus Konzernen und Mittelstandsbetrieben geführt.

Dieter Punzengruber, Leiter des Droege & Comp.-Büros in Wien, fasst das Ergebnis des Vorbereitungsstands folgendermaßen zusammen:
"Es ergab sich ein ernüchterndes Bild. Nur ein Drittel der Befragten gab an, dass Österreich sehr gut oder gut vorbereitet sei, zwei Drittel schätzten den Vorbereitungsstand als angemessen oder wenig vorbereitet ein." Die eigentliche Überraschung für Punzengruber war jedoch, dass nur 26 Prozent der Unternehmen, die auch nach dem Stand ihrer eigenen Umsetzungsaktivitäten befragt wurden, mit ihrem Umsetzungsstandard zufrieden waren. "74 Prozent sehen gewisse oder sogar erhebliche Umsetzungsdefizite im Stand ihrer Aktivitäten. Etwa in den Absatzchancen, Kostensenkungsprogrammen, fehlenden Marktkenntnissen, Controlling, Implementierungsarbeiten etc."

Punzengruber lässt aber auch noch mit einer weiteren Zahl aufhorchen: "Tenor der Firmen ist: Wir sehen zwar Potenzial, haben aber nicht die Ressourcen, dieses zu heben. In Summe liegen nach unseren Berechnungen Absatz- und Effizienzpotenziale in Höhe von zwölf Milliarden Euro für die österreichischen Unternehmen in diesen Ländern brach."

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