Sima-Kritik vor Entscheidung über EURATOM-Kredit für rumänisches AKW Cernavoda-2

Mittels EURATOM werden keine AKWs geschlossen, sondern gebaut!

Wien (SK) Scharfe Kritik an der heute anstehenden Entscheidung für die Vergabe eines EURATOM-Kredits für das rumänische AKW Cernavoda-2 übte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima: "Die EU-Kommission will über 220 Millionen Euro für die Fertigstellung des Atomkraftwerkes bewilligen", so Sima. Das bulgarische Kraftwerk befände sich seit Jahren in der Warteschleife für einen EURATOM-Kredit, es handle sich um einen Schwerwasserreaktor kanadischer Technologie. "Cernavoda-2 ist ein klassisches Beispiel dafür, dass mittels EURATOM-Gelder keine Reaktoren geschlossen werden, sondern es sich viel mehr um Neu- und Fertigbauten von Atomkraftwerken handelt", so Sima gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Ein Blick in die Geschichte der bisherigen Kredit-Entscheidungen der Kommission belege dies eindeutig: Der größte Kredit - 680,5 Mio. Euro - sei für die beiden ukrainischen Tschernobyl-Ersatzreaktoren K2/R4 genehmigt worden, im Jahr 2000 hat die EU-Kommission einen Kredit in der Höhe von 213,5 Mio. Euro für die Nachrüstung der beiden Blöcke im bulgarischen Kozloduj 5 und 6 bewilligt. In der "Wartschleife" befinden sich laut Sima neben dem heute auf der Tagesordnung stehenden AKW Cernavoda-2 auch das russische AKW Kalinin-3. Auf einer Liste der EU-Kommission finden sich insgesamt sechs neue AKWs an vier russischen Standorten, für die EURATOM-Gelder fließen sollten. "Mittels EURATOM-Gelder wurde bislang noch kein AKW stillgelegt, sie fließen nachweislich in den Neu- und Fertigbau von Reaktoren und deren Betriebszeitverlängerung", so Sima. Sie spricht sich in diesem Zusammenhang erneut gegen die geplante Aufstockung des EURATOM-Kreditrahmens von derzeit vier auf sechs Mrd. Euro aus. (Schluss) ps/mp

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