Wr. Neustadt: Einzigartige Abfallbehandlungs-Anlage

Einzige MBA Österreichs mit Abluftverbrennung seit zehn Wochen im Probebetrieb

Wiener Neustadt (OTS) - Die neu errichtete und auf 24.000 Jahrestonnen Rest- und Sperrmüll ausgelegte Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) der Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH in Wr. Neustadt-Heideansiedlung läuft seit dem 20. Jänner im Probebetrieb und liefert damit eine Österreich-Premiere: Die Wiener Neustädter MBA ist die einzige derartige Anlage in Österreich, deren Abluft verbrannt wird, was einen Meilenstein in der Abluftbehandlung darstellt.

"Der seit zwölf Jahren bestehende Abfallwirtschaftsverband (AWV) Wiener Neustadt, der die Stadtgemeinde und 35 Umgebungsgemeinden umfasst, hat sich im Gegensatz zu vielen anderen niederösterreichischen AWVs nicht für die Vollverbrennung, sondern für die Mechanisch-Biologische Abfallbehandlung entschieden, weil Wr. Neustadt schon 1997 eine Sortieranlage gebaut und der Gemeinderat Ende 2002 einen Grundsatzbeschluss für die MBA gefasst hat", berichtet Betriebsleiter Ing. Rudolf Udo Wiesmüller.

Notwendig geworden war diese Weichenstellung durch die seit 1997 geltende und heuer wirksam gewordene Deponieverordnung, die nur mehr die Ablagerung von behandelten Abfällen zulässt. Anbetrachts einer freien Deponiekapazität von 140.000 m" allein in den zuletzt angelegten Deponieabschnitten, war die Entscheidung für die MBA daher nahe liegend. Der Deponiebetrieb ist überdies noch bis 2026 genehmigt.

"Außergewöhnlich und einzigartig an unserer MBA ist jedoch die Verbrennung der Abluft, die es bei keiner anderen Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage in Österreich gibt", erläutert Wiesmüller. "Da überdies der gesamte Behandlungsprozess eingehaust ist, das heißt, in Hallen abläuft, und selbst die Mieten der Nachrotte abgedeckt werden, produzieren wir keinerlei Luft- oder Geruchsbelästigung".

Der aufbereitete Haus- und Sperrmüll - bis zu 24.000 Tonnen im Jahr - wird nach Aussortierung der hochenergetischen Anteile, bzw. der Metalle vorerst zerkleinert und gemischt, dann in geschlossenen Rottetunneln einer vierwöchigen Intensivrotte unterzogen und schließlich einer achtwöchigen Nachrotte im Freien. "Die bisherigen Messergebnisse unseres eigenen Labors zeigen, dass unser Deponiematerial erheblich unter dem gesetzlich zulässigen Brennwert bleibt", sagt der Wiener Neustädter Abfallwirtschafts-Experte, der auch gleich eine Jahres-Mengenbilanz offen legt: "Wir rechnen mit etwa 6.000 Tonnen hochenergetischem Ersatzbrennstoff, 5.000 t Schwerstoffen, die zur Verbrennung nach Dürnrohr (AVN) gehen, 6.000 t bis 7.000 t Deponiefraktion und rund 1.000 t Eisen- und Nichteisenmetallen. Der Rest ist Masseverlust durch Feuchtigkeitsschwund".

Die Aufrüstung der in Heideansiedlung bestehenden Anlage kostet rund 5,5 Mio. Euro und wurde im Zuge mehrerer Einzel-Ausschreibungen vergeben. Das Herzstück der neuen Anlage, nämlich die gesamte Verfahrenstechnik samt Abluftbehandlung und -verbrennung, wurde von der Thöni Umwelt- und Energietechnik (Telfs in Tirol) geliefert. "Die thermische Abluftreinigung ist erstmalig und einzigartig in Österreich", erklärt Thöni-Projektleiter Heinz Berger.

"Die wenig belastete Abluft, die etwa ein Drittel aus macht, wird in einem neutralen Wäscher und einem zweilienigen Biofilter gereinigt, die hoch belastete Abluft wird durch Umluftführung aufkonzentriert, über einen Wäscher geleitet und bei ca. 800 Grad verbrannt", beschreibt Berger das aufwändige Verfahren, das pro Tonne rund 7,-- Euro für Erdgas kostet, wie Betriebsleiter Wiesmüller ergänzt. "Trotz des aufwändigen Verfahrens liegt unser Annahmepreis für Haus- und Sperrmüll mit 139,-- Euro am unteren Ende der niederösterreichischen Preisskala", ist Wiesmüller zufrieden.

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Ing. Rudolf Udo Wiesmüller, Wr. Neustadt, 02622/373-660,
und Heinz Berger, Thöni Umwelt- und Energietechnik
(05262/6903-0)

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