VEÖ : Aktueller Allokationsplan bedeutet in Konsequenz Belastung des Strompreises

Anstieg der Auslandsabhängigkeit

Wien (OTS) - "Wir stellen nochmals mit Erstaunen fest, dass man
sich im Umweltministerium über den Beschluss des Ministerratsvortrages hinweggesetzt hat. Der österreichischen E-Wirtschaft fehlen im aktuellen Allokationsplan der Zielperiode 2005/07 Zertifikate für mindestens 1,1 Millionen Tonnen CO2. Wenn das so bleibt, sind Auswirkungen auf den Strompreis unausweichlich", betonte VEÖ-Präsident Michael Pistauer. Fest stehe derzeit jedenfalls, dass je nach dem Preis für die Tonne CO2 sich die thermische Erzeugung um rund 15 bis 27,5 Mio. Euro pro Jahr in der Zielperiode verteuert. "Das kann nicht nur einige in Planung befindliche Anlagen von der Wirtschaftlichkeit her in Frage stellen, sondern auch teilweise bestehende."

Was sich schlussendlich auch auf die österreichische Versorgungssicherheit auswirken wird: "Was nicht im Land produziert werden kann, muss zugekauft werden. Wir müssen mit einem sprunghaften Anstieg der Importabhängigkeit rechnen", so Pistauer weiter. Die verfügbaren Kapazitäten in Europa sind aber ebenfalls begrenzt:
Allein in den EU-15 rechnet man bis 2030 mit einem Ersatz- und Neubedarf von 600.000 Megawatt.

Importe und Stromverbrauch im Jahr 2003 stark gestiegen

Der VEÖ-Präsident wies besonders auf die Tatsache hin, dass die derzeitige Zuteilungsmenge für CO2-Zertifikate für die Zielperiode 2005/07 (unter Einbeziehung des Klimaschutzbeitrages) netto geringer ist als der Durchschnitt der Jahre 1998-2001 (Basisperiode). Im letzten Jahr stieg der Stromverbrauch in Österreich um 3,2 Prozent, in manchen Bundesländern sogar bis zu sieben Prozent, was weit über dem vom WIFO prognostizierten Wachstum von 1,6 Prozent per anno liegt.

Und auch die Stromimporte sind 2003 spürbar gestiegen: Bei einer Gesamtstromerzeugung in Österreich von rund 60.000 Gigawattstunden (GWh), erhöhten sich die Importe von 15.374,6 GWh (2002) auf 19.003 GWh. Die Exporte hingegen sanken von 14.676 GWh (2002) auf 13.389 GWh. Daraus ergibt sich ein negativer Saldo von mehr als 5.600 GWh. Noch im Jahr 2000 wurden 1296,1 GWh mehr exportiert als importiert. Die mangelnde Zuteilung würde die Auslandsabhängigkeit der heimischen Stromversorgung weiter erhöhen. "Und man muss dabei beachten, dass die notwendige Erhöhung des Importes von bis zu zehn Terawattstunden Strom im Jahr 2012 zu einer Erhöhung des österreichischen Handelsbilanzdefizites von 30 Prozent führen wird."

E-Wirtschaft fordert maßvollen Umgang mit so sensiblen Themen

"Es ist schwer nachvollziehbar, dass beim aktuellen Allokationsplan das Risiko eingegangen wird, dass bestehende thermische Anlagen oder zukünftige, volkswirtschaftlich wichtige Investitionen in die heimische Elektrizitätsinfrastruktur - und damit in eine langfristig sichere, vom Ausland weitgehend unabhängige, heimische Stromversorgung - wirtschaftlich gefährdet werden", betonte der VEÖ Präsident. Es gehe hier immerhin um volkswirtschaftlich weitreichende Effekte.

Die E-Wirtschaft fordert daher einen maßvollen Umgang mit so sensiblen Themen wie der langfristigen Sicherung der Versorgungssicherheit, der Verteuerung der Eigenstromproduktion und einer wachsenden Auslandsabhängigkeit. "Wir dürfen hier an den Ausnahmesommer 2003 erinnern, der uns sehr deutlich gezeigt hat, wie wichtig ein sinnvoller, flexibler Energiemix aus heimischer Wasserkraftproduktion und thermischer Erzeugung - der seit Jahrzehnten bewährte thermo-hydraulische Verbund - für die Versorgungssicherheit ist. Der Faktor Hydraulizität wird im Allokationsplan daher jedenfalls berücksichtigt werden müssen", so der VEÖ-Präsident.

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