Neues Volksblatt" Kommentar: "Bauernopfer" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 27. März 2004

Linz (OTS) - Wie Alfred Gusenbauer derzeit von seinen eigenen Parteifreunden, die man sich bekanntlich nicht aussuchen kann, geprügelt wird, verdient fast schon Mitleid. Denn eines muss einmal klar gesagt werden: Der SPÖ-Vorsitzende ist das Bauernopfer einer zwischen Ideologie und Pragmatismus hin und her gerissenen Partei. Sicher hat Alfred Gusenbauer an einer für die Sozialdemokraten entscheidenden Weggabelung schlichtweg versagt. Wundern darf einen das aber nicht. Es hätte schon eines wirklichen politischen Kalibers bedurft, um in dieser Partei nicht zwischen die Mühlsteine des ideologischen (Caspar Einem) und des pragmatischen Flügels (Karl Schlögl) zu geraten. In Wahrheit können sich die österreichischen Sozialdemokraten nicht zur Erkenntnis durchringen, dass Ideologie zwar schön für Wahl-
slogans, aber wenig hilfreich für die praktische Regierungsarbeit ist. Bei der Kandidatur für die Bundespräsidentschaft hat sich wenig überraschend wieder einmal die Ideologie durchgesetzt. Nicht auszudenken für das Land, wenn eine so hoffnungslos zerrissene SPÖ wieder an die Macht kommen sollte. Dann gute Nacht, Österreich!

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