FP-Serles: Häupl soll das Gesundheitsressort übernehmen

Vernichtender Kontrollamtsbericht über Wiener Gesundheitspolitik macht besondere Massnahmen notwendig

Wien, 26.03.04 (fpd) - Angesichts der strukturellen Probleme am Pflegesektor in Wien und der erschütternden Details im vorliegenden Kontrollamtsbericht seien erneute Versprechungen des Stadtoberhauptes für Verbesserungen nicht mehr glaubwürdig und zu wenig. Schon im Jahr 1995, als vergleichbare Zustände wie in Lainz in den Pflegheimen St. Andrä und Liesing öffentlich wurden, habe der Wiener Bürgermeister Häupl "lückenlose Aufklärung und Reformen" versprochen. Häupl solle daher die Gesundheitspolitik jetzt zur Chefsache erklären und das Ressort selbst übernehmen, um damit die Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen zu unterstreichen, erklärte heute der freiheitliche Vorsitzende des Kontrollausschusses LAbg. Dr. Wilfried Serles.

Der Kontrollamtsbericht stelle der Wiener Gesundheitspolitik in der Amtszeit Bürgermeister Häupls eine glatte Fünf aus. Beschlüsse des Gemeinderates, wie etwa der Umbau des Pflegeheimes in Lainz in ein modernes Geriatriezentrum, wurden schlicht und einfach ignoriert. Die Schieflage der Pflegheime vor allem am Personal- und Finanzsektor habe sich in Häupls Amtszeit um keinen Deut verbessert und in Bereichen sogar verschlechtert.

Der Personalmangel sei nach wie vor dramatisch. Noch im Dezember 2003 haben in Lainz 140 Arbeitskräfte gefehlt. Die 1258 Pfleger sammelten 38.000 Krankenstandstage, was durchschnittlich 104 kranke Pfleger pro Tag bedeute. Im Jahr 2002 wurden nur mehr 558.000 € für bauliche Maßnahmen im Sinne der Patienten ausgegeben, was gerade ein Zehntel der Mittel aus dem Jahr 2000 bedeute. Das jetzt von ihm angekündigte "Drei-Säulen-Modell" für die geriatrische Pflege in Wien hätte Häupl schon vor 10 Jahren umsetzen sollen, so Serles.

Die notwendigen Konsequenzen aus dem Pflegeskandal, der sich wie ein roter faden durch Häupls Amtszeit zieht, stellen sich für die Wiener Freiheitlichen wie folgt dar: Bürgermeister Häupl müsse die Ärmel aufkrempeln und das Gesundheitsressort selbst führen bzw. KAV-Boß Hauke, der keine Ameise von links nach rechts bewege, solle so rasch wie möglich und ohne "Golden Handshake" den Hut nehmen, erklärte Serles abschließend. (Schluß)am

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