Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 26.Mrz 04 1,213 1,99% 3,84% 1852,2 3825,9 10218,8 19.Mrz 04 1,235 2,04% 3,90% 1815,7 3835,5 10295,8 Veränderung 1,80% -0,05%Pkt -0,06%Pkt 2,01% -0,25% -0,75%

Der Datenkalender der vergangenen Woche war äußerst dünn. In den USA wurden die äußerst volatilen und daher nur begrenzt aussagekräftigen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter veröffentlicht, die im Februar gegenüber dem Vormonat aufgrund eines deutlichen Anstieges bei Flugzeugbestellungen um 2,5 Prozent (Januar:
-2,7% M/M) zulegten. Ohne Transportgüter wurde jedoch ein leichtes Auftragsminus von 0,3% (Januar: 0,6% M/M) gemeldet. Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2003 nach endgültigen Berechnungen um auf das Jahr hochgerechneten 4,1 Prozent Q/Q (Q3: 8,2% Q/Q) gewachsen. Damit wurde die bereits vor einem Monat veröffentlichte zweite Schätzung bestätigt. Die Zusammensetzung des Wachstums wurde jedoch leicht verändert. Die Wachstumsraten beim privaten Verbrauch und den Unternehmensinvestitionen wurden etwas nach oben, die Staatsausgaben nach unten revidiert. In Deutschland haben sich die Sorgen über den weiteren Konjunkturverlauf zuletzt verstärkt. Der Ifo Geschäftsklimaindex für März ist mit einem Stand von 95,4 Punkten (Februar: 96,4) zum zweiten Mal in Folge gesunken. Von einer Wende zum Schlechteren geht man dann aus, wenn der Index dreimal hintereinander sinkt. In der nächsten Woche stehen sowohl in den USA als auch in Europa die wichtigen Einkaufsmanagerindizes auf dem Programm, die Auskünfte über die Lage im Verarbeitenden Gewerbe geben. In den USA gibt es zusätzlich neue Daten zum Konsumentenvertrauen. Wir erwarten mehrheitlich etwas schwächere Wirtschaftsdaten.

Zinsen und Währungen wurden in der vergangenen Woche vor allem von EZB-Zinssenkungsdiskussionen beeinflusst. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat in einem Zeitungsinterview erklärt, die EZB werde ihr Szenario eines fortgesetzten moderaten Aufschwungs überprüfen, falls Konsum und Inlandsnachfrage sich nicht so verstärken, wie erwartet. Zusätzlich wurden die Zinsspekulationen von Aussagen von Guy Quaden, Chef der belgischen Notenbank, verstärkt, der erklärte, dass die EZB immer noch etwas Munition für eine Zinssenkung habe, wenn die Inflationsaussichten es erlauben und die Aussichten für die Wirtschaft es wünschenswert machen. Sowohl Geldmarktzinsen als auch Anleiherenditen sind in diesem Umfeld gesunken. Die nächste Zinsentscheidung der EZB steht am 1. April auf dem Programm. Wir erwarten, dass die Notenbank den Leitzins bei 2,0 Prozent belässt. Interessant wird vor allem der Kommentar der EZB zur Zinsentscheidung auf der anschließenden Pressekonferenz sein. Wir gehen davon aus, dass sich die Zinssenkungserwartungen nach der Notenbanksitzung wieder etwas zurückbilden, womit sowohl Geldmarktzinsen als auch Anleiherenditen wieder etwas steigen sollten. Der US-Dollar ist in den vergangenen Tagen im Verhältnis zum Euro mit den Euroland-Zinssenkungsdiskussionen deutlich stärker geworden. Bis zur Notenbanksitzung erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung des Währungspaars und im Anschluss mit der Erwartung von wieder geringeren Zinssenkungserwartungen einen wieder etwas schwächeren US-Dollar.

Auf den Aktienmärkten lasteten in den ersten Tagen der vergangenen Woche die geopolitischen Unsicherheiten. Im weiteren Wochenverlauf präsentierten sich die Marktteilnehmer wieder optimistischer. Am 6. April beginnt in den USA traditionellerweise mit dem Ergebnis des Aluminiumherstellers Alcoa die neue Berichtssaison. Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen dann wieder mehrheitlich gute Unternehmenszahlen liefern werden und auch der Ausblick der Unternehmensvertreter auf eine weitere Verbesserung des geschäftlichen Umfeldes hindeutet. Mit der Aussicht auf eine freundliche Berichtssaison sollte die Kaufneigung der Marktteilnehmer in der nächsten Woche wieder steigen und damit auch die Kurse an den wichtigsten Aktienmärkten.

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