Sima/Keck: Elektroschocks in der Hundeausbildung sind Tierquälerei!

Sitzung des Unterausschuss Tierschutz - Bundestierschutzgesetz bringt Verschlechterungen der aktuellen Tierschutzstandards, für SPÖ inakzeptabel

Wien (SK) Als "eindeutige Tierquälerei" lehnen SPÖ-Tierschutzsprecherin Ulli Sima und SPÖ-Abgeordneter Dietmar Keck den von der Regierung im Entwurf zum Bundestierschutzgesetz erlaubten Einsatz von Elektroschock-Geräten in der Diensthundeausbildung entschieden ab. "Es ist völlig inakzeptabel, dass unter dem Deckmantel des Bundestierschutzgesetzes Tierquälerei staatlich erlaubt werden soll, es darf daher auch keine Ausnahmen für die Exekutive in diesem Bereich geben", so Keck, der seit vielen Jahren Trainer im österreichischen Kynologenverband ist. ****

Mehr als alarmierend sei die Tatsache, dass sich bis zu 70.000 so genannter Teleimpulsgeräte in Österreich in den Händen von privaten Hundebesitzern befänden, wovon einer davon FPÖ-Abgeordneter Thomas Prinzhorn ist: "Dieser hat erst kürzlich ganz freizügig gefordert, seine Hunde auch weiterhin mit diesen Elektroschockgeräten auszubilden. Der III. Nationalratspräsident hat offensichtlich schon bisher seine Tiere mit illegalen Methoden ausgebildet", so Sima entsetzt. Es zeige von der Geisteshaltung der FPÖ, den Einsatz dieser tierquälerischen Mittel im Bundestierschutzgesetz festschreiben zu wollen.

"Es gibt - auch für die Diensthundeausbildung - sehr wohl alternative Ausbildungsmethoden, fernab von diesen Elektroschock-Geräten", stellte der erfahrene Hundetrainer Keck fest und lehnt daher die von der Regierung geplanten Ausnahmen für die Exekutive ab. Zusätzlich kritisiert die SPÖ anlässlich der heutigen Sitzung des Unterausschusses Tierschutz im Parlament auch weitere Punkte des Gesetzesentwurfs: "Er bringt in vielen Bereichen massive Verschlechterungen der aktuellen Standards, was das Beispiel der Legebatterien zeigt. Diese sollen in allen Bundesländern wieder erlaubt werden, obwohl sie derzeit bereits in fünf verboten sind. Von einem Ende der Käfighaltung bei Hennen ist in diesem Gesetz nicht die Rede, auch wenn sich die Regierung noch so bemüht, dies zu verbreiten", so Sima.

Zudem sei es völlig inakzeptabel, dass zentrale Bereiche - vor allem in der Nutztierhaltung- in den 17 vorgesehenen Verordnungen und nicht im Gesetz geregelt werden sollen. "Der zuständige Minister kann demnach sofort Änderungen vornehmen, ohne das Parlament damit zu befassen". Die SPÖ fordert weiters eine unabhängige Tieranwaltschaft. "Mit diesem überfälligen und von der ÖVP seit Jahren verschlepptem Bundestierschutzgesetz darf es keinesfalls zu einer Verschlechterung der jetzigen Standards der Länderbestimmungen kommen, Motto muss 'best of nine' sein, und nicht wie von der Regierung geplant 'worst of nine'", so Sima abschließend. (Schluss) ns/mp

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