Schlaganfall-Nachversorgung soll ausgebaut werden

Schabl: Müssen Patienten auch hier klare Strukturen anbieten

St. Pölten (NLK) - In Niederösterreich soll nun ein weiterer Schritt in der Akutversorgung von Patienten, insbesondere nach Schlaganfällen, gesetzt werden. In Ergänzung zur bereits bestehenden neurologischen Akutversorgung will man auf Grundlage einer nun vorliegenden Studie einen Versorgungsplan zur ambulanten/teilstationären neurologischen Rehabilitation erarbeiten. "Wir müssen den Patienten auf Grund der demografischen Entwicklung und des Anstiegs neurologischer Erkrankungen klare Strukturen anbieten", so Gesundheits-Landesrat Emil Schabl heute in einem Pressegespräch in St. Pölten. Trotz der 1997 eingerichteten Stroke-Units zur akuten Behandlung nach Schlaganfällen an den neurologischen Abteilungen der Krankenhäuser in St. Pölten, Wiener Neustadt, Mistelbach, Horn, Amstetten und Klosterneuburg-Gugging fehlen derzeit ausreichende intensive, flexible und qualitativ hochstehende Therapieangebote. Schabl: "Die bestehenden Rehabilitationskliniken sind nicht in der Lage, eine ausreichend große Zahl der betroffenen Patienten mit komplexen neurologischen Störungen zu behandeln."

Laut Univ.Prof. Dr. Michael Brainin, Leiter des Zentrums für Postgraduale Studien der Neurowissenschaften der Donau-Universität Krems und Leiter der Studie, fehlen derzeit 101 neurologische Reha-Tagesklinikbetten.

Studien zeigen, dass die Zahl der Toten nach Schlaganfällen sich in den nächsten drei Jahrzehnten verdoppeln wird. Von den zehn Krankheiten weltweit, die mit schwerer Behinderung einhergehen, sind laut einer Erhebung der WHO acht neuro-psychiatrisch bedingt. In Europa verursachen Hirnerkrankungen bereits 23 Prozent aller Verluste an gesundem Leben und 50 Prozent aller Behinderungen. Für Österreich und Niederösterreich gibt es derzeit laut Brainin keine genauen Zahlen; es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Zahlen in etwa auch auf Österreich zutreffen.

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