Josef Pröll: Zeitgerecht in Zukunftsmärkte investieren

Exportoffensive der Land- und Lebensmittelwirtschaft in Bulgarien

Sofia (26.03.2004) Landwirtschaftsminister Josef Pröll und der Vizepräsident der WKÖ, Dr. Richard Schenz, eröffnen heute, Freitag, in Sofia, der vierten von insgesamt sieben Stationen, eine Lebensmittelpräsentation österreichischer Qualitätsprodukte. Diesmal 17 österreichische Firmen vertreten, die sich in Sofia mit rund 100 bulgarischen Importvertretern aus Handel, Großhandel und Gastronomie treffen. Pröll: "Wir wollen zeitgerecht unseren Fuß in der Tür des bulgarischen Marktes haben. Mittelfristig birgt auch dieser Markt für Österreichs Agrar- und Lebensmittelwirtschaft beachtliches Potential." Bis zum Jahr 2007, wenn auch Bulgarien Mitglied der EU sein wird, sinken für Bulgarien die Zölle schrittweise. Österreich nutzt seine Chancen bereits jetzt, um dann vorne mit dabei sein."****

Der reale Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Bulgarien liegt jährlich um die 4%, 2003 lag er bei 4,3%. Für 2004 und 2005 werden Wachstumsraten von 4,8 bis 5,1 % vorausgesagt (Quellen: WIIV, Bulgarische Nationalbank, BA-CA). Die bulgarische Wirtschaft wächst damit auf geringem Kaufkraftniveau aber im Vergleich zur EU intensiver. Davon profitieren österreichische Exporteure und Investoren.

Der Außenhandel mit Bulgarien entwickelt sich derzeit wertmäßig noch auf geringem Niveau. Der österreichische Export 2002 im Agraraußenhandel mit Bulgarien beträgt 13,2 Mio. EUR; die Handelsbilanz für den Agrarhandel (ZK 1-24) ist 2002 mit 2,3 Mio. EUR positiv (Quelle: Statistik Austria, Fachverband der Nahrungs- und Genußmittelindustrie 2004). Bulgarien importiert vorwiegend verarbeitete Lebensmittel (56% der Gesamtimporte von Agrar- und Lebensmittelprodukten - davon 15% Zucker und Zuckererzeugnisse). Die hauptsächlichen Lieferländer sind Rußland, Deutschland und Italien. (Quelle ZMP 2002). Österreich hat mit seinen Qualitätsprodukten gute Chancen.

Die hohen Zollsätze und Kontingentierungen erschweren bisher bei vielen Produktgruppen die österreichischen Exporte nach Bulgarien. Bis hin zum EU-Beitritt 2007 sind Handelsliberalisierungen und Reduktionen der Zollhürden zu erwarten. Diese können von den österreichischen Unternehmen bestmöglich genutzt werden

Österreich liegt derzeit mit 450 Mio. Euro an 5. Stelle ausländischer Investoren in Bulgarien (Quelle: WKÖ). Durch seine große landwirtschaftliche Fläche ist Bulgarien für Investoren aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor hoch interessant. Die Investoren in diesem Bereich profitieren zudem von EU Förderprogrammen wie SAPARD, die bis zu 50% der Investitionskosten fördern.

Die Erfahrung aus den bisherigen Stationen habe gezeigt, daß die Initiative Export 1-24 hierzu ein treffsicherer Ansatz ist. Im Schnitt hat jedes österreichisches Unternehmen, dass an der Initiative Export 1-24 bisher teilgenommen hat, rund 10 bis 15 hochwertige Firmenkontakte gehabt und damit gute Voraussetzungen für weitere Geschäftsanbahnungen bekommen. Von der Veranstaltung in Sofia verspricht sich das Lebensministerium eine ebenso gute Resonanz. Rechtzeitige Präsenz ist auf diesem wachsenden Markt wichtig. Hinzu kommt, daß die ausstellenden Firmen auf österreichische Unternehmen treffen, die bereits Niederlassungen in Bulgarien haben. Zusätzlich bietet das Fachseminar für die Österreichischen Firmen einen neuen Informationsschwerpunkt zu Direktinvestitionen.

Österreichische Lebensmittel sind als Qualitätsprodukte für die Konsumentinnen und Konsumenten hoch attraktiv. Mit wachsenden Einkommen wird auch in Bulgarien die Nachfrage nach österreichischen Qualitätsprodukten steigen. Bisher exportierte Österreich vor allem Waren wie Softdrinks, Würste, Fruchtsäfte, Gewürzsoßen und Schokoladewaren. Auch der internationale Lebensmittehandel wächst in Bulgarien stark an, wichtige Supermarktketten wie Billa, Metro Kaufland sind bereits vor Ort, Lidl steht kurz vor dem Markteintritt. Hier haben österreichische Exportwaren die Möglichkeit an dieser Expansion teilzuhaben.

In einer starken Marktpräsenz liegt auch der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft der Österreichischen Landwirte. Entscheidend für Österreichs Landwirtschaft ist nicht die Höhe der Fördergelder, sondern ob diese Produkte auf den künftigen Märkten präsent sind.

(schluss)

Servicehinweis:
Die Initiative Export 1-24 ist eine gemeinsame Initiative des lebensministeriums.at und der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Agrarmarkt Austria. Die Durchführung der Firmenpräsentationen erfolgt durch die österreichischen Außenhandelsstellen der Außenwirtschaft Österreich. Weitere Stationen der Exportoffensive sind Bukarest, Warschau und Pressburg. Informationen für Unternehmen aus dem Agrar-und Lebensmittelwirtschaft, die sich an den weiteren Stationen der Exportoffensive beteiligen wollen sind über die Homepage www.export1-24.at erhältlich.

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