AKNÖ-Staudinger: Jugendarbeitslosigkeit in NÖ um 51 % gestiegen

Schulabgänger 2004 drängen auf den kargen Lehrstellenmarkt

Wien (AKNÖ) - Längst hat das Sommersemester an Österreichs Schulen begonnen und der Schulschluss rückt näher. Für viele künftige Schulabgänger wird der Stress jetzt immer größer - sie sind auf der Suche nach einer Lehrstelle. "Wer jetzt noch keine Lehrstelle gefunden hat, muss fürchten, dass er so bald keine bekommt", warnt Gustav Lenzki, Lehrlingsexperte der AKNÖ. Die Situation am Lehrstellenmarkt ist trister als je. Seit dem Februar 2001 ist die Jugendarbeitslosigkeit um 51 Prozent gestiegen. Statt 7.927 suchen jetzt 11.976 Jugendliche einen Arbeitsplatz oder machen Schulungen, um einen zu finden. 784 davon brauchen eine Lehrstelle. "Ich akzeptiere nicht, dass es ausgerechnet in Niederösterreich keine effektiven Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit geben soll. In Oberösterreich ist man da mit dem Firmenausbildungsverbund schon viel weiter", kritisiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

Immer weniger Lehrstellen

Von Jahr zu Jahr gibt es weniger Lehrstellen, Betriebe sind offenbar nicht mehr bereit, junge Menschen auszubilden. Die 784 Lehrstellen Suchenden haben derzeit die Auswahl unter 312 offenen Lehrstellen. Und bald kommt der nächste Jahrgang an Schulabgängern nach. "Keinen Lehrplatz zu finden, heißt für einen Schulabgänger, dass sein Lebensnerv durchgeschnitten wird. Die Frische und Dynamik der Jugend verpufft und macht der Depression Platz. Das kann es doch nicht sein. Wir sind auf die Energie unserer Jugend angewiesen, sie ist unser Kapital für die Zukunft", so Staudinger. Derzeit kann ein Jugendlicher, der keine Lehrstelle findet, von Glück reden, wenn er in einem 10-monatigen Ausbildungslehrgang "kurz geparkt" wird. Ohne Garantie auf einen Arbeitsplatz und einen Lehrabschluss danach.

Die AKNÖ hat handfeste Vorschläge gegen die steigende Jugendarbeitslosigkeit. Längst wurde den zuständigen Ministerien ein Forderungskatalog vorgelegt, damit die Ausbildung der Jugend endlich den Erfordernissen der Zeit angepasst werden kann:

· Ausbildungsverbünde, zu denen sich Firmen zusammenschließen und

gemeinsam Sorge für die Lehrlingsausbildung tragen können, müssen verstärkt gefördert werden. "Wir haben diesbezüglich positive Signale von Firmen. Diese bemühen sich bereits um Lehrlinge und sehen die Notwendigkeit flächendeckender Verbünde gegeben" weiß Präsident Staudinger.
· Firmen, die Lehrlinge ausbilden, sollen nicht nur steuerliche Vorteile genießen, sondern von Betrieben, die keine ausbilden, über den Umweg des Lastenausgleichsfonds Geld bekommen. Die Umsetzung des bereits vom nö. Landtag beschlossenen Berufsausbildungsfonds für Niederösterreich ist nach wie vor ausständig.
· Wenn - wie derzeit - nicht ausreichend Lehrstellen angeboten werden, dann müssen alternative Angebote für Jugendliche in besonderen selbständigen Ausbildungseinrichtungen und Lehrgängen, sogenannten Lehrlingsstiftungen, angeboten werden.

Dass das Thema Arbeit SchülerInnen der Unterstufe nicht kalt lässt, beweisen die 5.000 Jugendlichen, die diese Woche die AKNÖ-Infomesse "Jugend in der Arbeitswelt 2004" in Wieselburg besuchen. Sie wollen sich mit Hilfe der AKNÖ zeitgerecht ein Bild über Berufswelt und Arbeitsmarkt machen.

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