"Export 1-24": Lebensmittelpräsentation österreichischer Unternehmen in Bulgarien

Gemeinsame Initiative von Landwirtschaftsministerium und WKÖ zur Förderung der heimischen Nahrungsmittelexporte

Wien (PWK206) - Europa steht am 1. Mai 2004 an einer historischen Wegmarke, der EU-Erweiterung. "Aber es ist nur ein erster Schritt, denn noch ist Europa nicht vereint. Erst wenn auch die Staaten der so genannten zweiten Erweiterungsrunde, Bulgarien, Rumänien und vielleicht auch Kroatien in den europäischen Kreis aufgenommen werden, kann man von einer europäischen Vereinigung sprechen", sagte Richard Schenz, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich einer gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute (Freitag) in Sofia stattgefundenen Lebensmittelpräsentation im Rahmen der "Exportoffensive 1-24".

Pröll und Schenz eröffneten in Sofia, der vierten von insgesamt sieben Stationen von "Export 1-24", eine Lebensmittelpräsentation österreichischer Qualitätsprodukte von insgesamt 17 österreichischen Unternehmen der Nahrungsmittelbranche. Rund 100 bulgarische Importvertreter aus Handel und Gastronomie nutzen die Chance, sich mit österreichischen Qualitätsprodukten vertraut zu machen. Bisher wurden derartige Präsentationen in Budapest, Prag und Laibach abgehalten - Bukarest, Warschau und Bratislava folgen noch heuer. "Export 1-24" ist eine gemeinsame Initiative des Landwirtschaftsministeriums, der WKÖ und der Agrarmarkt Austria.

Mit "Export 1-24" soll die österreichische Nahrungsmittelbranche zum Export motiviert werden. Die Lebensmittelwirtschaft zählt mit ihren rund 4.200 Betrieben zu den besonders vitalen Branchen der österreichischen Wirtschaft. An die 70.000 Beschäftigte erwirtschaften rund 11,6 Mrd Euro. Der Anteil der exportierenden Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern beträgt rund 24 Prozent. In der Lebensmittelindustrie selbst beträgt die Exportquote 27,7 Prozent. In den kommenden beiden Jahren soll die Anzahl der im Export befindlichen Betriebe der Lebensmittelwirtschaft um zehn Prozent erhöht werden. Das würde 100 zusätzliche Betriebe im Export bedeuten und 1.200 zusätzliche Jobs schaffen sowie 60 Mio Euro mehr Einnahmen für die öffentliche Hand lukrieren. Die Initiative "Export 1-24" ist aus Sicht der Wirtschaftskammer ein wichtiges Instrument heimische Betriebe mit gezielten Maßnahmen zu unterstützen, um verstärkt bzw. neu in den Export zu gehen. Mit "Export 1-24" will die WKÖ auch die Zuversicht der Unternehmer in die Erweiterung stärken.

Schenz wies im Rahmen einer Pressekonferenz vor bulgarischen Medienvertretern auf die guten bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Bulgarien und Österreich hin. Im vergangenen Jahr legten die österreichischen Exporte nach Bulgarien um 11,4% (Volumen: 295 Mio Euro) und die Importe um 32,1% (Volumen: 157 Mio Euro) zu. Die österreichischen Agrar- und Nahrungsmittelexporte entwickeln sich gut. Zu den wichtigsten österreichischen Exportwaren nach Bulgarien im Agrar- und Nahrungsmittelbereich zählen nichtalkoholische Getränke, Fleisch- und Fleischwaren sowie Frucht- und Gemüsesäfte. Erfreulicherweise findet man in den Regalen vieler bulgarischer Lebensmittelmärkte nunmehr bekannte Marken wie etwa im Fruchtsaftbereich Pfanner und Rauch.

Bei den Direktinvestitionen behauptete die österreichische Wirtschaft ihre hervorragende Position und liegt mit über 430 Mio Euro Investitionsvolumen an fünfter Stelle unter den ausländischen Direktinvestoren. Positiv anzumerken sei, so Schenz, dass es der bulgarischen Regierung gelang, das Land makroökonomisch stabil zu halten und die internationale Verflechtung des Landes in Richtung Europäische Union, NATO und diverse internationale Organisationen voranzutreiben. Das Wirtschaftswachstum lag 2003 bei 4% bis 5 %. Schenz: "Das bedeutet, dass sich Bulgarien in den letzten Jahren zu den wachstumsfreudigsten Ländern Europas entwickelt hat." Die Budgetpolitik Bulgariens zeichnet sich durch weitgehende Budgetdisziplin aus. In der Steuerpolitik ist ein recht unternehmensfreundlicher Kurs, der auf verstärktes Engagement ausländischer Unternehmen in Bulgarien abzielt, zu beobachten. So soll die Körperschaftssteuer sukzessive auf 15 % (2005) gesenkt werden.

Bulgarien verfügt über sehr gute natürliche und klimatische Konditionen für die landwirtschaftliche Produktion. Das Land ist traditionell ein wichtiger Produzent von Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen. Der Agrarsektor (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) ist für Bulgarien auch von großer Bedeutung, da ca. ein Viertel (2002) der erwerbstätigen Bevölkerung in diesem Bereich tätig ist. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen belaufen sich auf 5,6 Mio ha, das entspricht 51 % der Gesamtfläche Bulgariens. Davon sind 58 % Ackerland. Schätzungsweise 15 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind zur Zeit allerdings unbewirtschaftet. Die Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie ist ein wichtiger Produktionssektor und hat 18,4 % Anteil an der bulgarischen Industrieproduktion (2001). Ein Großteil der lebensmittelerzeugenden Betriebe in Bulgarien wurde bist dato bereits privatisiert und es sind in vielen Bereichen Modernisierungen und Anpassungen an internationale Produktionsstandards, vor allem auch mit Blickrichtung auf einen künftigen EU-Beitritt, im Gange. Der enorme Investitionsbedarf bei der maschinellen Ausstattung der lebensmittelverarbeitenden Industrien eröffnet gute Zuliefermöglichkeiten für österreichische Firmen.

Weitere Information unter: www.export1-24.at (BS)

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