Neues Volksblatt" Kommentar: "Hilferuf" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 26. März 2004

Linz (OTS) - SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer kommt seit dem blau-roten Pakt in Kärnten aus der Verteidigungsrolle nicht mehr heraus.
Peinliche Widersprüchlichkeiten sind inzwischen handfesten Vorwürfen aus der eigenen Partei gewichen. Ehemalige Parteigranden sprechen bereits offen von einer drohenden Spaltung der Partei, Hinterbänkler, die etwas werden wollen, rufen lauthals nach einem Kommunikationsprofi in der Partei. Zu allem Überdruss wird Gusenbauer auch auf der Bühne der sozialistischen Internationale in die Mangel genommen.
Alfred Gusenbauer ist als Parteivorsitzender von Anfang an innerparteilich umstritten gewesen. Klimas Kompromiss-Kandidat, der die Balance zwischen dem rechten (Schlögl) und dem linken (Einem) Parteiflügel halten sollte, hat sich in der Praxis schon bald als ungeschickt und somit als Parteichef überfordert erwiesen. Gusenbauers Angebot, >=wenn jemand Parteivorsitzender werden will, "dann bitte", klingt beinahe wie der Hilferuf eines politisch Ertrinkenden und setzt die Reihe der Ungeschicklichkeiten fort. Gusenbauer ist in der Defensive. Er demoliert sich damit selbst.

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