Kukacka: Kritik des WWF nicht nachvollziehbar, Entscheidung ist noch nicht getroffen

Wien, 25. März 2004 (OTS) Es sei sachlich keineswegs gerechtfertigt, wenn der WWF im Zusammenhang mit dem `flussbaulichen Gesamtprojekt` von einer Verschlechterung für die Strecke Wien-Bratislava spreche, sagte heute, Donnerstag Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka. Das Projekt sei gemeinsam mit Ökologen und Flussbauexperten entwickelt worden, die Hälfte der Investitionen fließe in ökologische Begleitmaßnahmen. Es sei geplant, das enge Steinkorsett der Uferverbauungen, das noch aus der Jahrhundertwende stammt, aufzulösen, Treppelwegbarrierren zu beseitigen und die Dynamik in den Aulandschaften, wie vor der Donauregulierung weitgehend wiederherzustellen. Es handelt sich daher um ein innovatives und vorbildliches europäisches Leitprojekt, das als Vorbild ähnlicher Vorhaben gelten könne. Man werde jedoch die Resolution des WWF genau studieren, einige Bedenken konnten bereits in einem persönlichen Zusammentreffen zwischen Vertretern des WWF und des Staatssekretärs am 3. März besprochen werden. ****

Eine Entscheidung über die Fahrwassertiefe sei ebenfalls noch nicht gefallen. Am 29. März werde noch ein Workshop mit Vertretern der Ökologie, der Schifffahrt und des Wasserbaus stattfinden, bei dem noch einmal die Varianten ausführlich diskutiert werden. Erst dann werde es eine Entscheidung über eine Einreichvariante für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) geben. Diese UVP sollte noch im Jahr 2006 abgeschlossen, und parallel dazu ein Modellversuch durchgeführt werden. Die Hauptarbeiten können frühestens 2006 beginnen. Mit einem Abschluss des Projektes sei nicht vor 2010 zu rechnen.

Durch das Flussbauliche Gesamtprojekt werde nicht nur die

Schiffbarkeit der Donau östlich von Wien verbessert, sondern auch die fortschreitenden Eintiefung der Donausohle und die damit verbundene drohende Austrocknung der Donauauen verhindert. Darüber hinaus werden durch die ökologischen Restrukturierungsmaßnahmen die Donauauen erhalten und ein nachhaltiger Hochwasserschutzes für die Bevölkerung sichergestellt. Im Lenkungsausschuss, in dem auch Berater des WWF vertreten sind, konnten sieben der insgesamt acht Planungsgrundsätze einstimmig verabschiedet werden, erinnerte Kukacka.

Es sei aber ebenso klar, dass dieses Projekt nur dann als TEN-Projekt realisiert und mit Unterstützung der EU finanziert werden kann, wenn es gleichermaßen einen Gewinn für Schifffahrt und Ökologie bringe, betonte der Verkehrsstaatssekretär. Die Kosten für dieses „flussbauliche Gesamtprojekt“ betragen bei einer Bauzeit von 10 Jahren rd. € 180 Mio. Davon werden von der Europäischen Union bis zu 20% kofinanziert, da dieses Projekt vom Europäischen Rat Anfang Dezember 2003 als prioritär eingestuft wurde. Das BMVIT habe es sich zum Ziel gesetzt, optimale Bedingungen für die ökologisch gut verträgliche Wasserstraße Donau zu schaffen, um eine Aufnahme bzw. Verlagerung zusätzlicher Verkehrsströme im Zuge der EU-Osterweiterung auf die Wasserstraße zu ermöglichen und damit auch den Kyotozielen zu entsprechen.

In den für dieses Projekt errichteten Arbeitsgruppen sind hochrangige Vertreter des Nationalparks und der Ökologie vertreten. Gemeinsam soll die beste Lösung für die Donauauen, den Nationalpark und die Schifffahrt erarbeitet werden. Es sei optimistisch, dass dies im Sinne einer ökologisch gut verträglichen und verkehrspolitisch sinnvollen Lösung auch gelingen werde , schloss der Staatssekretär.

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