EU-Gipfel - Prets: Unzureichende Fortschritte im Lissabon-Prozess

Wien (SK) "Die eingeleiteten Reformen im Bildungsbereich gehen noch nicht weit genug, sofortige und parallele Maßnahmen müssen gesetzt werden, damit das vielgepriesene Lissabonziel doch noch ein Erfolg wird", so Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete und Mitglied des Bildungsausschusses, anlässlich der Frühjahrstagung der EU-Staats-und Regierungschefs in Brüssel. ****

"Um Europa bis 2010 zum dynamischsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen und um die Glaubwürdigkeit dieses Prozesses nicht zu unterwandern, müssen die Mitgliedsländer die vorgegeben Maßnahmen endlich praktisch umsetzen", fordert Prets. Derzeit habe etwa nur jeder zehnte Erwachsene Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen. Das Ziel, Europas Bürgerinnen und Bürgern lebenslanges Lernen zu ermöglichen, sei noch lange nicht erreicht, wirksame Förder-Strategien seien daher dringend notwendig.

Beunruhigend nennt Prets darüber hinaus die jüngsten Daten zu den Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung: "Hier greifen die eingeleiteten Reformen eindeutig zu kurz. Denn die durchschnittliche Zahl der Hochschulabsolventen liegt in der EU nur knapp über 20 Prozent, in den USA beispielsweise sind es 37 Prozent. Auch vom Ziel, dass in der Bevölkerung zwei Fremdsprachen gesprochen werden, sind wir noch weit entfernt."

Zur Aufwertung der europäischen Universitäten seien deshalb mehr staatliche Investitionen notwendig, um so die Hochschulen auch für ausländische Studenten interessant zu machen. "Die Mittel, die in den EU-Staaten für Bildung und Ausbildung zur Verfügung stehen, liegen weit hinter denen der USA. Die Gefahr eines Bildungsdefizits und der damit verbundenen wirtschaftlichen Nachteile steigt also."

Umso wichtiger sind für die Europaabgeordnete Gemeinschafts-Programme wie Erasmus und Sokrates. "Wir haben hier zweifellos Fortschritte erzielt, es darf jedoch nicht nur bei zwei Prozent der Studierenden in der Union bleiben, die das Erasmusprogramm in Anspruch nehmen." Jetzt kommt es darauf an, die gemeinsamen Anstrengungen fortzusetzen und zu intensivieren. Und auch Österreich muss mehr investieren, um den Lissabon-Vorgaben der EU zu entsprechen. Mehr Mittel für Bildung statt Budgetkürzungen sind das Gebot der Stunde!" (Schluss) ps/mm

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