RAUCH-KALLAT KÜNDIGT NEUE GESUNDHEITSOFFENSIVEN FÜR VOLKSSCHÜLER/-INNEN, JUGENDLICHE UND MINISTERIEN AN

Gesundheitspässe für Erwachsene in Vorbereitung

Wien, 25. März 2004 (ÖVP-PK) Die Verbesserung der Gesundheitsförderung in Österreich stand u.a. im Mittelpunkt der heutigen Fragestunde im Nationalrat mit Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. Die Ministerin kündigte dabei zahlreiche neue Gesundheitsinitiativen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Sie habe sich zu Beginn dieser Legislaturperiode vorgenommen, Gesundheit NEU zu denken, das heißt, weg vom ausschließlichen Reparaturdenken zu einem zusätzlichen Schwerpunkt Gesundheitsförderung zu kommen. "Wir haben daher bereits im vergangenen Jahr nicht nur mit der Konzeption, sondern auch mit der Umsetzung eines großen Gesundheitsförderungsprogramms begonnen. Dabei haben wir uns vorgenommen, dieses in zielgruppenspezifischen Angeboten an möglichst alle Österreicherinnen und Österreicher heranzutragen, und nicht nur Bewusstseinsbildung zu betreiben, sondern die Bevölkerung auch zu einer Verhaltensänderung zu animieren." ****

Das ganzheitliche Gesundheitsprogramm umfasse Ernährung, Bewegung, Stressabbau bzw. -vermeidung, Unfallverhütung und die medizinische Gesundheitsvorsorge. Eine umfassende Gesundheitsförderungsbewegung, die alle acht Millionen Österreicherinnen und Österreicher erreichen soll, kann aber nur in Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartner/innen funktionieren, so Rauch-Kallat. Deshalb habe sie sich auch an zielgruppenspezifische Partner/innen gewandt, wie etwa Kindergärten, Schulen und Betriebe. "Wir haben schon tausende Betriebe gewinnen können, die gesundheitsfördernde Maßnahmen setzen und positive Erfahrungen machen, dass sich diese Investitionen auch rechnen - nicht nur hinsichtlich der Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch durch weniger Krankenstandstage. Verhaltensändernde Maßnahmen werden wir nur erreichen, wenn wir ganz konsequent in kleinen Schritten die Österreicherinnen und Österreich überzeugen, dass gesunde Ernährung wohlschmeckend sein kann und nicht bedeutet, auf alles verzichten zu müssen."

Es erscheint Rauch-Kallat wichtig, die Menschen in Österreich von mehr Vollkorn, Gemüse und Obst überzeugen zu können, und dass "wir sie vor allem 'bewegen' können." Dazu gebe es eine Fülle von Maßnahmen, verwies die Ministerin u.a. auf ein Programm mit dem Stadtschulrat für Wien für Volksschulen. Im Sachunterricht soll dort in spielerischer Form auf den Mehrwert der Lebensmittel eingegangen werden. Das Programm wird nun allen Volksschullehrerinnen und -lehrern angeboten. Zudem werde ein Schwerpunkt in der achten Schulstufe gesetzt, wo heuer bereits probeweise ein Projekttag bzw. eine -woche zum Thema Gesundheit durchgeführt wird. Im nächsten Jahr soll dieses Projekt breiter angelegt werden, im übernächsten Jahr sollte es bereits flächendeckend stattfinden. Die Ministerin wies in diesem Zusammenhang auf die standardisierte Schuluntersuchung, wodurch eine gute Information über den Gesundheitszustand der 14jährigen erwartet werden kann.

Hinsichtlich der betrieblichen Initiativen hob Rauch-Kallat das Beispiel der Tiroler Wirtschaftskammer hervor, die gemeinsam mit der Versicherung Uniqa und dem ORF eine Offensive zur betrieblichen Gesundheitsförderung gesetzt habe, die sich vor allem an Klein- und Mittelbetriebe richtet. Noch in diesem Jahr werde zudem mit einer Initiative zur betrieblichen Gesundheitsförderung in den Ministerien begonnen. Bei den Jugendlichen sei auch eine Initiative gegen das Rauchen geplant. "Wir halten in Österreich im Europaschnitt leider einen höchst unerfreulichen Rekord: 20 Prozent der 15jährigen Buben und 26 Prozent der 15jährigen Mädchen geben an, dass sie regelmäßig rauchen. Ich denke, dass wir hier alle Anstrengungen unternehmen sollten, um Kinder und Jugendliche von dieser Sucht abzuhalten und sie stark zu machen, dass sie es nicht brauchen."

Die Ministerin verwies in der Fragestunde auch auf den Gesundheitspass für Jugendliche, der derzeit als Folgepass zum Mutter-Kind-Pass ausgearbeitet wird. In weiterer Planung seien drei Gesundheitspässe für Erwachsene unter 40, über 40 und für Senioren, die mit Ende dieses bzw. Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen sollen. Diese würden sowohl einen amtlichen Teil für Arzteintragungen als auch eine Begleitbroschüre mit wichtigen Informationen zur Gesundheit enthalten. Die Begleitbroschüre soll mit Hilfe von Sponsoren finanziert werden. Jene Bundesländer, die jetzt schon Gesundheitsförderungsprogramme haben, sollen in diese Initiative eingebunden werden.

VFGH-URTEIL WIRD DERZEIT GEPRÜFT

Zum Urteil des Verfassungsgerichtshofes erklärte Rauch-Kallat, das dieses derzeit in allen Details geprüft werde, vor allem hinsichtlich der Rückabwicklungen aus früheren Jahren. Details über die Auswirkungen könne sie noch nicht geben. Als verfassungswidrig werde der Ausgleichstopf zwischen den unterschiedlichen Kassen gesehen. Nicht angezweifelt werde hingegen der Ausgleich zwischen den neun Gebietskrankenkassen, welche die gleichen Voraussetzungen haben. Schwieriger sei die Situation bei den Krankenkassen für die Bauern und die gewerbliche Wirtschaft, weil diese völlig unterschiedliche Beiträge und Leistungen aufweisen. "Wir werden das genau prüfen und uns in den nächsten Wochen intensiv nicht nur im Ministerium, sondern auch mit dem Hauptverband und allen Sozialversicherungsträgern zusammensetzen, um Lösungen zu finden, die sicherstellen, dass die Krankenkassen finanziert werden und auch ein Gesundheitsförderungsprogramm Platz findet. Ich denke, dass wir im Rahmen der Gesundheitsreform mit einem eigenen Gesundheitsförderungsgesetz die Vorsorgeaktivitäten stärker verankern sollten", so die Ministerin.
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