ÖAMTC: Sieben Offroad-Reifen im Sommertauglichkeits-Test

Ganzjahresreifen und Winterpneus sind die großen Verlierer

Wien (ÖAMTC-Presse) - Geländeautos haben trotz Allradantriebs schlechtere Bremseigenschaften und ein empfindlicheres Lastwechselverhalten in Kurven als herkömmliche Pkw. Ohne die richtige Bereifung ist auch der Bremsweg um bis das Doppelte länger. "Ein vom ÖAMTC durchgeführter 4x4-Vergleichstest hat ergeben, dass selbst Lenker von SUV-Fahrzeugen an der Frage nach der richtigen Bereifung nicht vorbei gehen können, nur weil alle vier Räder angetrieben werden und die Bodenfreiheit verhältnismäßig groß ist", erklärt ÖAMTC-Reifenexperte Willy Matzke. Auf dem Prüfstand waren beim ÖAMTC-Offroad-Reifentest vier Sommer-, zwei Ganzjahres- und ein Winterpneu der Dimension 215/65 R 16.

Den einzigen "Stockerlplatz" gab es für den Continental 4x4 Contact. Die Tester lobten die besonders große Ausgewogenheit des Offroad-Sommerreifens und vergaben Bestnoten für das Verhalten auf nasser und trockener Fahrbahn. Der Contact leistete sich allerdings Schwächen beim Rollwiderstand und im Gelände. Die restlichen drei Sommerreifen wurden als "empfehlenswert" eingestuft: BFGoodrich Macadam, Pirelli Scorpion STR und Michelin 4x4 Synchrone überzeugten zwar auf trockenem Untergrund, enttäuschten aber in den Kategorien Nässe, Rollwiderstand und Gelände.

Differenziert zeigte sich das Testergebnis bei den Ganzjahresreifen: Der Dunlop Grandtrec AT 2 fiel durch große Schwächen im Gelände und auf nasser Fahrbahn auf. Auf trockener Straße hingegen fanden die Tester kaum Anlass zu Tadel. Der zweite Ganzjahresreifen, der Goodyear Wrangler AT/R, erhielt gute Noten für seine Eigenschaften im Gelände. Punkteabzüge gab es wegen schwacher Leistung auf trockenem und nassem Untergrund. "Zieht man sämtliche Test-Kriterien in Betracht, sind beide Ganzjahresreifen nicht für den Einsatz auf sommerlichen Asphaltstraßen brauchbar", so das Urteil der ÖAMTC-Reifenexperten.

Für den Sommerbetrieb überhaupt nicht geeignet war der Winterreifen Cooper Weathermaster ST-2. "Der ÖAMTC hat bewusst auch einen Winterreifen für Offroader in den Test hineingenommen. Viele Geländeauto-Besitzer sind nämlich der fälschlichen Ansicht, dass ihre Fahrzeuge keine Sommerreifen brauchen", sagt Matzke. Der getestete Cooper Weathermaster ST-2 ist bestenfalls nur dann für den Sommer geeignet, so lange man nicht auf nasser Fahrbahn bremsen muss. Der Test hat gezeigt, dass im Vergleich zu einem Sommerreifen der Bremsweg bei einem Offroad-Winterreifen doppelt so lang ausfallen kann. Dafür war der Cooper im Gelände unschlagbar und erhielt in dieser Kategorie die Bestnote.

Das Fazit vom ÖAMTC-Reifenexperten Matzke: "Reifenkauf für Geländefahrzeuge ist etwas für Spezialisten, selbst viele Fachhändler müssen da noch einiges nachlernen. Mit dem 4x4-Vergleichstest wollen wir im Sinne der Verkehrssicherheit ein Zeichen setzen, denn der Markt an Geländefahrzeugen boomt. Allein in Österreich hat die Zahl der Neuzulassungen im Jahr 2003 um 18 Prozent zugenommen. In Graz sollen heuer einhunderttausend BMW X3 erzeugt werden. Als Allradland Nummer 1 brauchen wir bessere 4x4-Reifen."

Eine komplette Übersicht aller sieben getesteten Offroad-Reifen findet sich auf der ÖAMTC-Homepage unter http://www.oeamtc.at/reifentests/. Hier sind auch die Ergebnisse aller bisher durchgeführten Reifentests abrufbar.

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Die Übersichtsgrafik und Fotos zum ÖAMTC-Offroad-Reifentest finden Sie auf der Homepage des Clubs im Internet unter http://www.oeamtc.at/presse/.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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