AKNÖ warnt vor Datenhandel

Wie Österreichs Konsumenten dazu gebracht werden, sensible Daten zu übermitteln

Wien (AKNÖ) - Die Firma Lifestyle ist erneut auf Datenfang. Sie schickt fünfseitige Fragebogen aus und fordert die Verbraucher auf, umfassende Daten bekannt zu geben. Viele Konsumenten sind verunsichert und glauben, dass sie dazu verpflichtet sind, den Fragebogen auszufüllen. AKNÖ-Präsident Josef Staudinger warnt: "Ihre Daten werden zu Werbezwecken weiterverkauft."

Die Firma Lifestyle, ein zur Schober Direktmarketing GmbH gehörendes Unternehmen, handelt mit personenbezogenen Verbraucherdaten. Wie auf der Homepage von Lifestyle (www.schober.co.at) angegeben, kann hier jeder beliebige Informationen über "5000 passgenaue Zielgruppen" kaufen, vornehmlich zu Marketing- und Werbezwecken.
Um eine derartige Menge an Zielgruppen herausfiltern zu können, werden österreichweit jedes Jahr 5-seitige Fragebögen versandt. Den 50 schnellsten Retoursendern wird dabei eine Prämie (72 Euro;) versprochen, außerdem werden unter den Einsendern Camcorder und HiFi-Anlagen verlost.
Für eine solche Gewinnchance geben viele Konsumenten vorschnell sensible Informationen preis: Lifestyle sammelt Daten zum Thema Einkauf, Freizeit, Geldanlage oder Auto. Und es werden selbst die intimsten Bereiche nicht ausgelassen: Ob etwa im Haushalt Personen mit empfindlicher Haut oder Männer mit Haarausfall wohnen, wollen die Datenkeiler wissen. Kurioses Detail am Rande: Sogar nach dem Gewicht eines eventuell vorhandenen Hundes wird gefragt.

Konsumentenschützerin Hannelore Voit von der AK Niederösterreich versichert:
"Niemand ist dazu verpflichtet, derartige Informationen zu übermitteln. Lediglich bei Erhebungen der Statistik Austria gibt es eine Auskunftspflicht für die Bürger. Die Firma Lifestyle kann und darf niemanden dazu verpflichten, personenbezogene Informationen über Privat- und Berufsleben bzw. Konsumverhalten herzugeben."
Seriöse Marktforschungsinstitute arbeiten daher stets mit anonymisierten Daten - beim Fragebogen der Firma Lifestyle hingegen wird nicht nur nach Name, Adresse und Telefonnummer der Befragten, sondern auch nach Name und Geburtsdatum der jeweiligen (Ehe-)Partner gefragt.

Konsumenten, die mit ihrer Unterschrift die Datenweitergabe bereits bewilligt haben, können dies ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Konsumentenberatung der AKNÖ rät in so einem Fall, in einem eingeschriebenen Brief an die Firma das Einverständnis zu widerrufen.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Konsumentenberatung,
Hannelore Voit
Tel.: (01) 58883-1317
konsumentenberatung@aknoe.at
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