Laufbilder und Kultfilme: Sonntagnacht in ORF 2

Beeindruckende Doku und Fritz Langs "Metropolis"

Wien (OTS) - Als die Bilder laufen lernten: Ein Abend im Zeichen
der Anfänge des europäischen Films steht am Sonntag, dem 28. März 2004, um 23.20 Uhr in ORF 2 auf dem Programm: Der TV-Valuepack, der unter dem Titel "Laufbilder und Kultfilme" steht, beginnt mit der Doku "Die Macht kam aus der Dunkelheit". Sie erzählt die die faszinierende und aufregende Geschichte des Genres Film auf dem alten Kontinent - lange bevor der Film jenseits des großen Teichs zur Industrieware wurde. Danach folgt die neu rekonstruierte Fassung des Stummfilmklassiker "Metropolis" des österreichischen Regisseurs Fritz Lang (Beginn: 0.15 Uhr).

"Die Macht kam aus der Dunkelheit" (Sonntag, 28. März, 23.20 Uhr, ORF 2): Vor mittlerweile 109 Jahren erlebte Paris die Geburt einer Kunst, die die Welt verändern sollte. In einer ersten öffentlichen Präsentation ihres Kinematografen zeigten die Brüder Auguste und Louis Lumière einige Kurzfilme, die sie kurz zuvor hergestellt haben. Die Qualität der Bilder und der technische Standard waren so erstaunlich, dass in den ersten Reihen des Saals Panik ausbrach, als das Publikum einen abgefilmten Zug sah, der geradewegs auf die Zuschauer zuzurasen schien.

Aber nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa wurden erste "Gehversuche" mit dem neuen Medium gemacht. Speziell in Deutschland, Italien und Schweden war - Jahrzehnte, bevor das Medium Film in Amerika zur "Traumfabriks-Ware" wurde - der Übergang von der Jahrmarktsunterhaltung hin zur Kunstform rasch vollzogen.

Kevin Brownlow und David Gill, zwei der profundesten Historiker und Filmkenner, erzählen die faszinierende und aufregende Geschichte des Ursprungs des europäischen Films. Sie gehen auf die nationalen Filmgeschichten ein und stellen Zusammenhänge her. Sie lassen wichtige und prominente Zeugen zu Wort kommen und haben in den internationalen Filmarchiven Bilder gefunden, die zuvor noch nie im Fernsehen zu sehen waren. Sprecher der deutschen Fassung ist Ulrich Tukur.

"Metropolis" (Sonntag, 28. März, 0.15 Uhr, ORF 2): Der ORF zeigt den Stummfilmklassiker des österreichischen Regisseurs Fritz Lang in der neu rekonstruierten Fassung mit der vom Rundfunk Sinfonieorchester Saarbrücken originalgetreu eingespielten Filmmusik von Gottfried Huppertz.

Ein Filmklassiker - ein Mythos: Bei der Uraufführung am 10. Jänner 1927 im Berliner Zoo-Palast betrug die Länge von "Metropolis" 4.189 Meter, was bei einer Vorführgeschwindigkeit von 20 Bildern pro Sekunde etwa 172 Minuten ausmacht. Der teuerste Ufa-Film aller Zeiten, der die Story der jungen Maria, die eine Revolte der in der Unterstadt lebenden Arbeiter gegen die dominierend denkende Klasse anführt, erzählt, wurde zum Debakel: Niedergeschlagenheit und Enttäuschung auf Seiten der Produzenten und bei der Kritik waren die Folge. Die Angaben über die Produktionskosten schwanken - je nach Quelle - zwischen fünf und sieben Millionen Reichsmark. Bereits vor der Premiere wollte die amerikanische Verleihfirma Paramount das Werk auf eine "normale" Länge bringen, sodass essenzielle Kürzungen, Streichungen und Umformulierungen von Zwischentiteln vorgenommen und die Schnittfolge insgesamt verändert wurden. Für den Deutschlandstart und den Export kürzte man Langs Film auf 124 Minuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrug die Laufzeit nur noch gut eineinhalb Stunden! Die neu rekonstruierte Fassung, die der ORF nun zeigt, ist 118 Minuten lang. Mit Brigitte Helm (Maria / Maschinenmensch), Alfred Abel (Joh Fredersen), Gustav Fröhlich (Freder Fredersen), Rudolf Klein-Rogge (Rotwang), Fritz Rasp (der Schmale), Theodor Loos (Josaphat), Erwin Biswanger (Georgy, Nr. 11811), Heinrich George (Groth, der Wächter der Herzmaschine) u. a.

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