KHOL WÜRDIGT QUALITÄTSJOURNALISMUS ALS SÄULE DER DEMOKRATIE Festakt im Parlament: 25 Jahre Kuratorium für Journalistenausbildung

Wien (PK) - Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kuratoriums der Journalistenausbildung fand heute Vormittag im Parlament ein Festakt statt, an dem zahlreiche prominente Vertreter der österreichischen Medienszene teilnahmen. Nationalratspräsident Andreas Khol bezeichnete in seinen einleitenden Worten die Medien als vierte Gewalt im Staat und meinte, der Qualitätsjournalismus sei heute ein konstitutionelles Element einer funktionierenden Demokratie. Ohne den kritischen Journalismus in seiner ganzen Bandbreite würde in demokratischen Systemen der "Hecht im Karpfenteich" fehlen. Aus diesem Grund schulde die Republik dem Kuratorium Dank, sichere es doch als private Initiative der
Medien die so wichtige Freiheit der Journalistenausbildung,
betonte Khol.

Hans Peter Schmidtbauer (Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums
für Journalistenausbildung) hob die Bedeutung der
journalistischen Qualitätsausbildung hervor und erinnerte daran, dass jährlich rund 700 Journalistinnen und Journalisten, also
rund ein Zehntel des Berufsstandes, Kurse am Kuratorium
absolvieren. Durch die privaten Radios öffne sich zudem nun ein neues Feld für das KfJ, bemerkte Schmidtbauer, der aber gleichzeitig die Hoffnung ausdrückte, die traditionell gute Zusammenarbeit mit dem ORF wieder zu beleben.

Meinrad Rahofer (Geschäftsführer des KfJ) unterstrich in seinem Referat den sozialpartnerschaftlichen Charakter der Einrichtung
und stellte rückblickend auf die 25-jährige Entwicklung fest, das Kuratorium sei von der Grundidee getragen, den Journalismus in Österreich zu verbessern, den Journalisten zu helfen und Top-Referenten in der Aus- und Weiterbildung einzusetzen. Dank zahlreicher Förderer sei es gelungen, ein breit gefächertes Angebot sicherzustellen und auch mit ausländischen Einrichtungen zusammenzuarbeiten. Das KfJ werde heute mehr denn je gebraucht, "denn ohne gute Aus- und Weiterbildung der Journalisten kann die Demokratie nicht funktionieren", war Rahofer überzeugt.

Der Herausgeber des Handbuches "Praktischer Journalismus", Univ.-Prof. Heinz Pürer, präsentierte sodann die fünfte, völlig überarbeitete Auflage dieses Lehrbuches für Medienleute, das 1984 erstmals erschienen ist. Das von ihm entwickelte und bereits über 16.000 Mal verkaufte Standardwerk der Berufskunde für Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften wurde nun u.a. um den Online-Journalismus erweitert. Herausragende nationale und
internationale Vertreter des Faches in Theorie und Praxis beschreiben die journalistisch-redaktionellen Tätigkeiten, geben Einblick in die Mediengattungen, in Recherche und Darstellungsformen, in das Berufs- und das Medienrecht,
erläuterte Pürer.

Sodann sprach noch Freimut Duwe, der lange Jahre als OSZE-Medienbeauftragter tätig war, über das Thema "Keine Zukunft ohne Freiheit der Medien". Angesichts der aktuellen Entwicklungen sei
er überzeugt davon, dass die Journalisten des 21. Jahrhunderts
vor ganz großen Herausforderungen stehen. Welch einflussreiche Rolle die Medien in unserer Gesellschaft spielen, haben nicht zuletzt die kriegerischen Auseinandersetzungen am Balkan gezeigt. Wenn Journalisten dazu gebracht werden, die Vergangenheit zu erfinden, wieder zu erfinden oder neu zu erfinden, dann könne
Hass in der Bevölkerung geschürt werden. Aus diesem Grund sei
auch die journalistische Ausbildung so wichtig, betonte er.
Weiters ging er noch auf die bedenklichen Entwicklungen in
Amerika ein, wo der Kampf gegen den Terror teilweise dafür
benutzt werde, um die Pressefreiheit einzuschränken. Äußerst problematisch sei es auch, wenn Kapital, Politik und Medien eine Fusion eingehen, wie dies in Italien und in Russland zu
beobachten ist, gab er zu bedenken. Duwe rief den Zuhörern schließlich noch eine Aussage eines marokkanischen Journalisten
in Erinnerung, der gemeint hat, dass Terror nur mit Demokratie
und Meinungsfreiheit besiegt werden könne.

Das von den Sozialpartnern der Printmedien - Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), Österreichischer Zeitschriften-und Fachmedienverband (ÖZV) und Journalistengewerkschaft (DJP) -gegründete und getragene Kuratorium für Journalistenausbildung
ist eine Institution für die berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung aller Journalisten in Österreich.(Schluss)

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