Greenpeace: Keine Kohle für den Verbund

Verbund verdient an Klimazerstörung

Wien (OTS) - Bei der heutigen Hauptversammlung des
Verbund-Konzerns wirft Greenpeace dem Verbundvorstand vor, den österreichischen Beitrag zum Klimaschutz zu torpedieren: In nur 6 Jahren hat der größte österreichische Energieversorger seine CO2-Emissionen vervierfacht - durch den Einsatz fossiler Brennstoffe wie Kohle statt Biomasse. Die Greenpeace-Reaktion heute: 20 Aktivisten schütteten den Zugang zur Hauptversammlung im Wiener "Haus der Industrie" mit 2 Tonnen Hackschnitzel zu. "Keine Kohle für den Verbund" forderten die Umweltschützer auf einem Banner. Nach Greenpeace-Berechnungen wird der Verbund im Rahmen des Emissionshandels besonders großzügig beschenkt: Für den künstlich verstärkten Einsatz kalorischer Kraftwerke winken jetzt mehr Zertifikate, als der Verbund braucht - Zertifikate, die am Markt etwa 17 Mio. Euro wert sind.

Österreich hat sich durch die Ratifizierung des Kioto-Abkommens verpflichtet, im Zeitraum von 2008 bis 2012 die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 13 Prozent zu reduzieren. Allerdings: Statt den Treibhausgasausstoß zu verringern, dürfen die Emissionen von Industrie und E-Wirtschaft von derzeit knapp über 30 Mio. Tonnen auf 32,2 Mio. Tonnen steigen. Die Industriellenvereinigung macht seit Monaten intensive Lobby-Arbeit, um zu verhindern, dass die österreichische Industrie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Zudem hat die Industrie schon eine halbe Milliarde Euro durch die an sie verschenkten Emissionsrechte verdient.

"Der Verbund sollte aus der Industriellenvereinigung austreten, wenn er den oft versprochenen Klimaschutz ernst nimmt", kommentiert Erwin Mayer. "Allerdings ist auch der Verbundvorstand mehrfach gegen ein strenges Emissionshandelsgesetz und ein wirksames Ökostromgesetz aufgetreten." Die Energiepolitik des Verbund-Vorstands hat tödliche Folgen, so Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer heute vor der Hauptversammlung. "Der CO2-Ausstoß des Verbunds tötet Menschen." Laut einer aktuellen UN-Studie sterben 150.000 Menschen pro Jahr in Folge der vom Menschen gemachten globalen Erderwärmung.

"Gerade der Verbund könnte durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten viel Geld verdienen und dem Klimaschutz wäre geholfen", betont Mayer. Das Ökostromgesetz ermöglicht den Stromkonzernen über die Einspeisetarife alte fossile Kraftwerke kostenneutral auf erneuerbare Energieträger umzurüsten. "Für Ökostromanlagen zahlt sich das Umrüsten wirtschaftlich aus", so Mayer abschließend.

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Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace, 01-5454580-48 od. 0664-2700441
DI Jurrien Westerhof, Energieexperte Greenpeace, 01-5454580-57 oder 0664-6126701

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