ORF-"Weltjournal" am 24. März: Israel: Hilfe für den Feind

Wien (OTS) - Im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 24. März 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:

Gaza: Der Tod des Scheichs

Israel hat mit der gezielten Tötung von Scheich Yassin, dem Gründer und spirituellen Führer der islamischen Hamas-Bewegung, eine neue Eskalation des Konflikts mit den Palästinensern ausgelöst. Das "Weltjournal" berichtet über Wurzeln und Ziele der Hamas und ihrer Leitfigur und stellt die Frage, wie man - angesichts der neuen Entwicklung - in Gaza über die kompromisslose Strategie der gezielten Tötungen denkt.

Israel: Hilfe für den Feind

Der Tod des Hamas-Führers ist nur ein Kapitel im Drama um den zunehmenden Hass zwischen Israelis und Palästinensern. Israel will sich völlig abschotten und baut die umstrittenste Mauer der Welt, 200 der geplanten 730 Kilometer sind bereits fertig - trotz der Proteste auf beiden Seiten. Dennoch gibt es Israelis, die mit ihrer Arbeit gegen die Logik des Krieges demonstrieren wollen. Die 400 israelischen Ärzte für Menschenrechte fahren regelmäßig in die besetzten Gebiete, wenn sie nicht - was häufig passiert - an der Grenze gestoppt werden. Sie helfen damit Menschen, die in den Augen der meisten Israelis Feinde sind. Der Arztbesuch wird zum politischen Akt, berichtet Marion Mayer-Hohdahl.

Georgien: Der Volksheld

Ende November vergangen Jahres stürmten er und seine Anhänger das Parlament, vor einigen Tagen gelang es dem jungen Präsidenten Michail Saakaschwili, den eskalierenden Streit mit der autonomen Region Adscharien zu schlichten. Schritt für Schritt kämpft der im Westen ausgebildete Jurist nun darum, Georgien nach dem Fall Schewardnadses zu einem funktionierenden Staat zu machen. Ein harter Job: Die Hoffnungen des georgischen Volkes in den neuen Präsidenten sind groß, die Herausforderungen sind es ebenso: Die Wirtschaftsdaten sind schlecht, die USA und Russland ringen hinter den Kulissen um Macht in Georgien, die Korruption ist erdrückend, und separatistische Provinzen fordern die Regierung ständig heraus. Eine Reportage aus Tiflis von Christina Kronaus.

Sierra Leone: Die Kindersoldaten

Das Völkerrecht, oft als "Papier-Tiger" verspottet, soll Klauen und Zähne bekommen. Nach dem blutigen Bürgerkrieg in Sierra Leone in Westafrika werden jetzt erstmals jene Kriegsherren vor ein international besetztes Gericht gestellt, die Kinder unter 15 Jahren für den Kriegsdienst rekrutiert haben. Diese Kinder waren die billigsten, willigsten und oft auch grausamsten Soldaten - die Jahre der Gewalt haben tiefe Spuren bei ihnen hinterlassen. Horst Kimbacher begleitet einen jungen Burschen zurück in sein Dorf, er schildert die Versuche, diese Kinder in ein normales Leben zurückzubringen und berichtet über die bevorstehenden Prozesse vor dem UNO-Gericht, zu dessen Vorsitzender vorige Woche die Österreicherin Renate Winter ernannt worden ist.

Südafrika: Der neue Weltkonzern

Die südafrikanische Brauerei SAB - Miller hat weltweit den zweiten Platz erreicht. Seit der Aufhebung der Sanktionen gegen das Apartheid-Regime und dessen Untergang 1994 schluckt die Brauerei Konkurrenten in der ganzen Welt. Selbst traditionelle nationale Brauereien wie Pilsner Urquell und das italienische Birra Peroni werden jetzt von Südafrikanern beherrscht. Die einstige Buren-Bastion hat sich internationalisiert: Unter den SAB-Vorstandsmitgliedern ist zwar nur ein schwarzer Südafrikaner, dafür aber ein Chinese und ein Engländer. Für die Beschäftigten ist SAB - Miller ein guter Arbeitsplatz. Sie werden über Tarif bezahlt, und das Unternehmen engagiert sich sozial in den Bereichen Aids, Schulausbildung, Kriminalitätsbekämpfung und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Marion Mayer-Hohdahl berichtet.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003