Ballett probt Aufstand gegen Intendanten

Österreichweite Initiative "Politik für den Tanz" gefordert

St. Pölten (OTS) - Die erste "Öffentliche Enquete zur aktuellen Situation von Ballett und Tanz an den Theatern", zu der der Intendant des Festspielhauses St. Pölten, Michael Birkmeyer, geladen hatte, forderte am Freitag, den 19. März 2004 eine österreichweite Initiative "Politik für den Tanz". Um die Anliegen für den Tanz besser durchsetzen zu können wurde die "Österreichischen Ballett- und Tanzdirektoren Konferenz" (ÖBTK) gegründet, die an die Bundesdeutschen Ballett- und Tanzdirektoren Konferenz assoziiert ist.

Diese soll mehr Aufmerksamkeit auf die Situation der Kunstsparte Tanz im österreichischen Kulturleben und in den Staats-, Landes- und Stadttheatern lenken. Die Tanzensembles müssen aus der Vormundschaft der Opernintendanten befreit werden. Die Strukturen in den Theatern und der freien Szene müssen stärker auf die freie Entfaltung des Tanzes ausgerichtet werden. Auch die Bildungsangebote und die Nachwuchsförderung für den Tanz sollten weiter qualifiziert werden.

Bei der Enquete wurde daran erinnert, dass der Tanz gemessen an der Zahl der Uraufführungen die innovativste Sparte an den Opernhäusern ist. Demgegenüber behindern überalterte Theater-Strukturen vielerorts die freie künstlerische Entfaltung. Die Ballettdirektoren, Choreografen und Tanzpädagogen fordern daher, dass der Tanz dieselbe künstlerische, finanzielle und personelle Autonomie wie die Sparten Schauspiel und Oper erhält. Der gleichberechtigte Zugriff der Sparte Tanz auf die Ressourcen und die Infrastruktur der Theater sind notwendig.

Mehr als 50 Vertreter österreichischer Kulturbehörden und internationale Tanzexperten sind zur Enquete gekommen, um die Interessen der österreichischen Tänzerschaft zu unterstützen. Die Enquete in St. Pölten fand im Anschluss an ein öffentliches Forum in Essen statt, das unter dem Titel "Zur aktuellen Situation des Tanzes in Deutschland - Exitus oder Zukunft" am 15. Februar 2004 von der BBTK (Bundesdeutschen Ballett- und Tanzdirektoren Konferenz) sowie vom DBfT (Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik) veranstaltet wurde.

Die Erfahrungen, die Martin Puttke, Ballettdirektor am aalto theater essen und Sprecher der BBTK sowie Ulrich Roehm vom DbfT in die Diskussion einbrachte, lieferten einen wertvollen Input für die Bewertung der Situation in Österreich.

Die internationale Vernetzung wird europaweit immer wichtiger, um auch auch auf EU-Ebene dem Tanz eine Stimme zu verleihen.

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Rainer Lepuschitz
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