Ferrero-Waldner 2: Ich war immer eine Pionierin in Männerberufen

Präsidentschaftskandidatin Ferrero-Waldner beim Wahlkampfauftakt in der Pyramide in Vösendorf

Wien, 18. März 2004 (ÖVP-PD) Immer sei sie eine "Pionierin in männerdominierten Berufen" gewesen, erklärte heute, Donnerstag, Präsidentschaftskandidatin Dr. Benita Ferrero-Waldner beim Wahlkampfauftakt in der Pyramide in Vösendorf. 13 Jahre in der Privatwirtschaft, davon 11 Jahre Exportleiterin, bevor sie österreichische Diplomatin geworden ist. "Mit Begeisterung habe ich immer schon Österreich im Ausland vertreten", so Ferrero-Waldner. Als erste weibliche stellvertretende Protokollchefin im Außenamt wurde sie von UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali als erste Protokollchefin nach New York geholt. "Dort habe ich alle politischen Entscheidungsträger dieser Welt kennen gelernt." ****

Die Sanktionen der EU-14 waren bereits ausgerufen, als sie als erste Staatssekretärin im Außenamt von Wolfgang Schüssel gefragt wurde, ob sie neue und damit erste weibliche Außenministerin werden wollte. "Ich habe die Herausforderung angenommen. Wer kämpft, kann zwar verlieren, aber wer nicht kämpft, der hat schon verloren", so Ferrero-Waldner. Damals habe ihr ein starker Gegenwind ins Gesicht geblasen. "Aber mich kann Gott sei Dank nicht so leicht etwas erschrecken." Sie habe auch nie verstanden, warum manche Politiker Österreich nicht mit dem notwendigen Einsatz verteidigt haben, warum manche Politiker geschwiegen haben und nicht zu einem patriotischen Schulterschluss bereit waren. "‚Patriotismus, nicht Partei' war die Devise, die mich in meinem ganzen beruflichen Leben geleitet hat und auch immer leiten wird."

Österreich wurde in dieser Zeit als ein Land dargestellt, das fremdenfeindlich, rassistisch und neonazistisch ist. "Ich wusste, dass ich dieses falsche Bild von Österreich zurechtrücken musste." An einzelnen Tagen hatte sie bis zu 30 Interviews in der ganzen Welt -von CNN und BBC bis nach Australien. Regelmäßige Telefonate mit Außenministerkollegen standen auf der Tagesordnung. Obwohl es nach außen kein Händeschütteln, keine Gesprächsbereitschaft gab, wurden dennoch ihre Anrufe entgegengenommen. Langsam gelang es, das Bild Österreichs wieder ins richtige Lot zu rücken. Schließlich brauchte Österreich weder im Jahr 2000 noch heute Ratschläge französischer Sozialisten. "Wir wissen selbst, was gut für unser Land ist. Ich werde auch in Zukunft immer unser Land gegen Angriffe von außen verteidigen, egal gegen welche politische Gesinnungsgemeinschaft sie gerichtet sind."

Als Ferrero-Waldner ihr Amt als Außenministerin übernahm, gelang es ihr, die Gefahr einer Abwanderung der UNO aus Wien abzuwenden. "Heute steht der UNO-Amtssitz Wien so gut da wie noch nie zuvor." Wien sei heute das Zentrum der UNO im Kampf gegen internationale organisierte Kriminalität, Drogenhandel und die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Ein wichtiges Anliegen ist der Außenministerin die EU-Erweiterung. In 43 Tagen, am 1. Mai, werde die EU um zehn neue Mitgliedstaaten erweitert. "Das wird für mich ein besonderer Tag, da ich fünf Jahre österreichische Chefverhandlerin der EU-Erweiterung war." Es werde aber auch ein emotionaler Tag, genauso wie jener, an dem Österreich damals der EU beigetreten ist. "Nun wird ein Traum Wirklichkeit, auf den wir jahrelang hingearbeitet haben." Österreich liege dann auch politisch und wirtschaftlich genau im Zentrum Europas.

Zur erfolgreichen Integration der neuen Mitgliedstaaten habe Ferrero-Waldner bereits vor einigen Jahren die "Regionale Partnerschaft" ins Leben gerufen, eine informelle Zusammenarbeit auf Regierungsebene, bei der es darum gehe, gemeinsame Interessen in Europa zu definieren und diesen gemeinsam zum Durchbruch zu verhelfen. "Diese Partnerschaft mit unseren Nachbarn hat sich bereits sehr gut bewährt und wird für uns auch in Zukunft bei der gemeinsamen Gestaltung Europas wichtig sein", so die Außenministerin. (Fortsetzung)

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