"Neues Volksblatt" Kommentar: "Stellvertreter" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 19. März 2004

Linz (OTS) - =

So gerne hätte Alfred Gusenbauer die Werbetrommel für
das "Volksbegehren" seiner Partei zu den Pensionen gerührt. Allein die Journalisten spielten nicht mit. Doch je beharrlicher ihre Fragen zu den von Kärnten ausgehenden SPÖ-Turbulenzen wurden, umso einsilbiger, schweigsamer und grantiger reagierte der SPÖ-Vorsitzende. Die "Wickel" hinwegzuschweigen, die offensichtliche Taktik Gusenbauers, aber auch Heinz Fischers, wird freilich nicht aufgehen. Zu laut ist das SPÖ-Rumoren, zu grundsätzlich die Entscheidung. Es geht um nicht weniger als die interne Klärung der künftigen Ausrichtung der SPÖ - zwischen einem pragmatischen, auf Macht-Wiedererlangung ausgerichteten Kurs, und ideologischen Fundamentalismen. Schweigen in dieser Situation kann einem Parteichef nur als Schwäche ausgelegt werden. Wobei Gusenbauers Nervosität durchaus verständlich ist, darf es doch für äußerst unwahrscheinlich genommen werden, dass Ambrozys Koalitions-Entscheidung ohne sein Mitwissen gefallen ist. Jeder SPÖ-Schlag gegen Ambrozy zielt und trifft gleichermaßen auf den SPÖ-Bundesvorsitzen.

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