ORF-Stellungnahme zur Fußball-Live-Übertragung Admira gegen Rapid

Wien (OTS) - Zu den vorliegenden Presseberichten und -kommentaren sowie zu zahlreichen sehr unterschiedlichen Reaktionen der TV-Zuschauer zur Berichterstattung über das gestrige Bundesliga-Meisterschaftsspiel zwischen Herold Admira und dem SK Rapid halten ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler und ORF-Sportchef Elmar Oberhauser fest:

Alle gestern getroffenen Entscheidungen waren vom Bemühen getragen, eine Eskalation zu verhindern und die Live-Übertragung des Spiels sicherzustellen. Der Vorwurf, beleidigt reagiert zu haben, wird entschieden zurückgewiesen.

Nachdem offensichtlich alle von Seiten der Bundesliga und der Vereine installierten Kontrollinstanzen versagt haben, versuchte der ORF lange vor Spielbeginn eine gütliche Beilegung der Situation zu erreichen. Nachdem sich Rapid-Präsident Rudolf Edlinger weigerte, mit den Fans zu sprechen, und sich sowohl Polizei als auch Ordnerdienst des Heimvereins außer Stande sahen, eine Lösung herbeizuführen, entschied sich der ORF, das Spiel mit eingeschränkten Ressourcen zu übertragen. Dadurch konnten die von den Rapid-Fans angedrohte Besetzung des Spielfeldes, der Abbruch des Spiels und die daraus resultierende Strafverifizierung gegen Rapid verhindert werden.

Der ORF investiert in die Fußball-Berichterstattung enorme Geldbeträge. Dies beinhaltet sowohl für die Bundesliga als auch für die Vereine die Verpflichtung, sicherzustellen, dass zivilisierte Arbeitsbedingungen gewährleistet sind. Der ORF ist jedenfalls nicht bereit, das von einigen wenigen Stadionbesuchern in zunehmendem Maße initiierte Rowdytum zu akzeptieren oder gar zu fördern.

In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass es seit langem vor allem eine kleine, aber radikale Gruppe von Rapid-Fans ist, die alle Mindestregeln von fairem Miteinander mit Füßen tritt, immer wieder unhaltbare Zustände im Zusammenhang mit der Berichterstattung des ORF auslöst und letztlich dem Sport an sich schadet. Zahlreiche Bemühungen mit der Geschäftsführung des SK Rapid und der Bundesliga-Führung, dies abzustellen und ein Mindestmaß an Fairness zu gewährleisten, hatten bisher keinen durchschlagenden Erfolg. Der ORF hat deshalb heute dem Präsidenten des SK Rapid mitgeteilt, dass bis zu einer völligen Klärung dieser Problematik auf eine Direktübertragung von Heimspielen des SK Rapid verzichtet wird.

Der ORF entschuldigt sich bei seinen Zuschauern für eine übertriebene und unqualifizierte Aussage seines Kommentators. Diese Diktion wurde noch während der Übertragung abgestellt.

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