"Aktive Luftverkehrspolitik zur Standortsicherung und Tourismusförderung"

Luftfahrt eine wirtschaftliche Schlüsselbranche für Österreich - FV-Obmann Waniek: "Haben Handlungsbedarf bei den Rahmenbedingungen"

Wien (PWK187) - "Der Flughafen Wien hat die beste Anbindung nach Ost- und Südosteuropa überhaupt. Es ist wichtig, unseren Standortvorteil wahrzunehmen und durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen weiter auszubauen", erklärte der Obmann des Fachverbandes der Luftfahrtunternehmen in der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Kurt Waniek, Donnerstag Vormittag anlässlich der Präsentation der Studie "Bedeutung des Luftverkehrs unter besonderer Berücksichtigung des Tourismus" im Haus der Wirtschaft.

Ziel dieser unter Federführung des Instituts für Transportwirtschaft (Prof. Sebastian Kummer) und des Instituts für Tourismus und Freizeitwirtschaft (Prof. Josef Mazanec) der Wirtschaftsuniversität Wien erarbeiteten Studie war es, die enorme Bedeutung der Luftfahrtbranche für die gesamte Volkswirtschaft darzustellen. Mit einbezogen waren neben den Fluggesellschaften auch die Infrastruktureinrichtungen (Flughäfen, Flugsicherung) und die beteiligten Dienstleistungsbetriebe, wie z.B. Hotels und Reisebüros. Die Studie wurde von der Bundessparte Transport und Verkehr gemeinsam mit der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, dem Flughafen Wien und Austrian Airlines in Auftrag gegeben.

Trotz imponierender Zahlen - die Wertschöpfung des Luftverkehrs wird voraussichtlich von 2,4 (2002) auf 4 Milliarden Euro (2010), die Zahl der Beschäftigten im gleichen Zeitraum von 36.769 auf 61.742 steigen - werde die wirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweiges noch häufig unterschätzt, bedauerte Vorstandsdirektor Waniek: "Wegen der Schwerpunkte im Schienenverkehr (Bahnreform) und Straßenverkehr (Maut) wurde der Luftverkehrspolitik in den vergangenen Jahren wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eine aktive österreichische Luftverkehrspolitik ist daher dringend notwendig, um die Standortvorteile Österreichs in Luftverkehrsfragen ausspielen zu können."

Den zuständigen EU-Gremien sollte nach Ansicht Wanieks vermittelt werden, dass die österreichischen Flughäfen durch ihre geographische Lage und das vorhandene Aufkommen deutliche Vorteile als Osteuropa-"Hub" mitbringen. "Der Hub muß in Wien bleiben!", betonte der Luftfahrtexperte. Für eine gezielte Informationspolitik in diese Richtung sei eine enge Abstimmung der relevanten Ministerien (Verkehrs-, Wirtschafts- und Außenministerium) erforderlich. "Die Wirtschaftskammer Österreich wird nach Bündelung der Interessen die notwendigen Forderungen mit Nachdruck vertreten".

Der Luftverkehr sichert, wie die vorliegende Studie ergibt, Wachstum im Tourismus. Durch den massiven Markteintritt von "Low Cost Airlines" konnten neue, zusätzliche Kundengruppen gewonnen werden. Kurzurlaube in europäischen Metropolen sind für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Davon profitieren Hotellerie und Gastronomie, wie auch die jüngsten positiven Entwicklungen im Wien-Tourismus zeigen.

Ein besonderer Hoffnungsmarkt für den heimischen Tourismus ist Asien. Regierung, Vertreter des Tourismus und der Luftverkehrswirtschaft sollten gemeinsam ein Programm zur Förderung des Aufkommens aus diesem Raum und zur gezielten Unterstützung asiatischer Reiseveranstalter entwickeln. "Unser Ziel sollte sein, dass eine Europareise z.B. eines chinesischen Touristen in Österreich beginnt und endet. Aufgrund des kulturellen Interesses der Chinesen und der geographischen Vorteile Österreichs sollte dies ohne Probleme möglich sein", stellte Waniek abschließend fest. (hp)

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