Maier fordert Internet-Kompetenzzentrum für Arznei- und Lebensmittelsicherheit

Zollfahndung äußerst erfolgreich bei Betrugsbekämpfung bei Arzneimittel, Anabolika und Nahrungsergänzungsmitteln

Wien (SK) "Das Internet stellt gegenwärtig das Hauptproblem im Arznei- und Lebensmittelbereich dar. Über das WWW können durch Private, aber auch durch Fitnessinstitute oder Sportverbände, den Lebensmittelhandel etc. gefälschte Arzneimittel, Anabolika und verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel ohne jede Kontrolle bestellt werden. Produkte, die in vielen Fällen ein hohes Gesundheitsrisiko bergen bzw. für Sportler mit einem Dopingrisiko verbunden sind", so SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier, den aus diesem Grund ein im Gesundheitsministerium angesiedeltes "Internet-Kompetenzzentrum für Arznei- und Lebensmittelsicherheit" fordert. Neben der Marktbeobachtung müssen den Behörden auch Testkäufe möglich sein. Wie Maier Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst betonte, sollte sich so ein Zentrum an "der hervorragenden Arbeit des 'Zoll-Kompetenzzentrum Internet und Cybercrime' orientieren. Dies dient dem Zoll zur Informationsgewinnung der Angebote im globalen Netz". Gesundheitsministerin Rauch-Kallat wird von Maier aufgefordert, sich aufgrund der hohen Wachstumsraten in diesem Bereich umgehend mit der Materie zu befassen. ****

Das "Zoll-Kompetenzzentrum Internet und Cybercrime" existiere seit Dezember 2001 und könne auf beachtliche Erfolge verweisen. Die Zollfahndung sei allerdings nur für zollrechtliche Überprüfungen zuständig und nicht dafür, ob Produkte lebensmittel- bzw. arzneimittelrechtlich in Ordnung sind. "Sie sind es in der Regel nicht", weiß Maier, eine ganze Reihe der im Internet angebotenen Produkte stünden in krassem Widerspruch zum Arzneimittelgesetz. "In der Bundesrepublik Deutschland haben Experten schon vor Jahren Alarm geschlagen. Laut einer deutschen Studie nimmt jeder fünfte Sportler, der regelmäßig ein Fitnessstudio besucht, Anabolika o.ä. zur Leistungssteigerung. Wobei von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist", so der SPÖ-Abgeordnete.

Die wenigsten Konsumenten wüssten, auf welch gefährliches Spiel sie sich einlassen, so Maier. Die gesundheitlichen Probleme und Risken werden meist verdrängt, obwohl - insbesondere bei Jugendlichen -verheerende Nebenwirkungen eintreten. Die von der Zollfahndung durchgeführten Warendurchsuchungen bei Nahrungsergänzungsmitteln hätten ergeben, dass allein zwischen 2000 und 2002 von 2.214 Stichproben 444 Warensendungen falsch deklariert waren, im Jahr 2003 waren von 383 Warensendungen 140 falsch ausgewiesen - sie enthielten Arzneimittel statt den angegebenen Präparaten ("Vitamine", "Nahrungsergänzungsmittel" etc.).

"E-Commerce ist ein wichtiger Zukunftsmarkt und soll natürlich nicht aufgehalten oder gar unterbunden werden. Für uns Konsumentenschützer eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Wir brauchen dazu aber die Unterstützung aus den Ministerien, um die schwarzen Schafe und Kriminellen in dieser Branche aus dem Verkehr zu ziehen", so Maier abschließend. Eine umfassende Arbeitsunterlage von Abg. Maier zum Thema steht unter http://klub.spoe.at zum Download bereit. (Schluss) up/mm

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