Schwarzböck: Einkommensminus 2003 - Bauern nicht weiter belasten

Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe muss gewährleistet sein

Wien (AIZ) - "Im Vorjahr ist das bäuerliche Einkommen um 5,5% gesunken. Angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung, der Umsetzung der Agrarreform, der Diskussion über eine mögliche Senkung des EU-Budgets, der Debatte um das heimische Tierschutzgesetz und die darin enthaltenen Standards und schließlich der jüngsten Entwicklungen im Bereich der Sozialversicherung appellieren wir an die Verantwortlichen, in all diesen Bereichen Lösungen mit Augenmaß zu finden. Unsere bäuerlichen Unternehmen vertragen keine weiteren Belastungen mehr." Dies stellte heute der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, zu den jüngsten Einkommens-Berechnungen der Statistik Austria fest.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe müsse nachhaltig gewährleistet sein, "denn ohne ökonomische Perspektive werden in wenigen Jahren in den heutigen Kerngebieten der Landwirtschaft ganze Landstriche entvölkert sein". Dies sei keine Schwarzmalerei, sondern wäre die logische Folge eines durch falsche Entscheidungen enorm beschleunigten Strukturwandels, warnte Schwarzböck.

Konkrete Maßnahmen notwendig

"In enger Kooperation zwischen Landwirtschaftsminister und Interessenvertretung haben wir zur Sicherung des Agrarstandortes Österreich entscheidende Weichenstellungen in der Umsetzung der GAP-Reform vorgenommen. Wir streben damit die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit an und wollen die Rolle der landwirtschaftlichen unternehmerischen Tätigkeit stärken. Unsere Entscheidung für den österreichischen Weg mit gekoppelten Ausgleichszahlungen im Rinderbereich zur Sicherung der Produktion in den benachteiligten Regionen ist daher grundsätzlich richtig", so Schwarzböck. Nun gelte es, eine ausreichende Finanzierung der GAP-Reform sicherzustellen und die finanzielle Ausstattung für die ländliche Entwicklung im Sinne einer Verstärkung der flankierenden Maßnahmen zu erreichen. Dabei sei der Einsatz einer integrierten Politik für den ländlichen Raum notwendig.

Ertragseinbußen im Pflanzenbau, Preiseinbrüche in der Tierproduktion

Die Einkommensentwicklung 2003 ist, wie berichtet, auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Der Pflanzenbau musste zum Teil erhebliche Ertragseinbußen, bedingt durch Hitze und Trockenheit, hinnehmen. Unter Einrechnung der damit verbundenen Preiseffekte lag der Wert der pflanzlichen Produktion in etwa auf dem Vorjahresniveau. In der tierischen Produktion hingegen gab es massive Preiseinbrüche: Bei einem Anstieg des Produktionsvolumens bei den Schweinen um 1,5% kam es zu einem neuerlichen Preisverfall um 7,2%, im Vergleich zum Jahr 2002 sank damit der Produktionswert um 5,8%. Negativ zu Buche schlug auch der Rückgang der Erzeugerpreise für Milch um 5,9% bei einem geringfügig reduzierten Produktionsvolumen. Der Milchbereich verzeichnete somit einen insgesamt wertmäßigen Rückgang um 6,4%. (Schluss)

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