Pharmig: Verbesserung der Datenqualität hat oberste Priorität

Die Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen fordert verlässliche Daten als Voraussetzung für eine sinnvolle Gesundheitsreform.

Wien (OTS) - "Alle reden von einer Gesundheitsreform - doch die Grundlage dafür, nämlich eine verlässliche Datenlage, ist nach wie vor nicht gegeben ", kritisiert Erhard P. Geisler, Geschäftsführer des Branchenverbands Pharmig. Die Datenqualität im Gesundheitswesen sei nach wie vor katastrophal: Es wisse derzeit niemand, wie hoch das heurige Defizit der Krankenkassen tatsächlich sei, "die Prognosen des Hauptverbands erweisen sich jedenfalls regelmäßig als falsch", so Geisler. Nicht einmal Experten wüssten über die genaue Höhe der Gesundheitsausgaben Bescheid. Auch könne beispielsweise niemand sagen, wie viele Diabetiker es in Österreich gibt. Geisler: "Der Hauptverband weiß nur, wie viel er für Insulin ausgibt, die Zahl der tatsächlich zu behandelnden Patienten ist aber unbekannt. Alles, was es dazu gibt, sind Schätzungen von Selbsthilfegruppen." Ohne genaue Daten sei aber jede Gesundheitsreform zum Scheitern verurteilt.

Die Pharmig fordert daher in einem ersten Schritt die Bündelung der Finanzströme. Nur wenn alle Zahlungen im Gesundheitswesen gebündelt und damit transparent seien, könne eine sinnvolle Kosten-Nutzen-Rechnung angestellt werden. "Dann wäre es nicht mehr möglich, dass so wie derzeit die Krankenkassen über gestiegene Medikamentenkosten klagen, andererseits aber nicht wissen, wie viel durch den Einsatz von Medikamenten etwa im Spital an Kosten gespart wird", argumentiert der Pharmig-Chef. "Würden diese Zahlen vorliegen, dann hätten die Krankenkassen auch ein Interesse daran, mit Arzneimitteln zu sparen statt ständig nur bei Arzneimitteln."

Weitere Vorschläge der Pharmig für eine Reform des Gesundheitswesens:
Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf den begünstigten Satz von 10 Prozent. Schließlich sei nicht einzusehen, warum Luxusgüter wie geräucherte Austern oder Kaviar mit nur 10 Prozent besteuert würden, lebenswichtige Produkte wie Arzneimittel aber mit 20 Prozent. Und: Eine völlige Neuordnung der Spitalsfinanzierung. Immerhin stellen die Ausgaben für die Spitäler den mit Abstand größten Ausgabenbrocken im Gesundheitswesen dar. Die Kosten für Arzneimittel betragen hingegen nur 15,7 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben.

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