STEIBL: SEKTENBERICHT IM FAMILIENAUSSCHUSS - HOHES NIVEAU KONNTE GEHALTEN WERDEN

ÖVP-Familiensprecherin: "Aufklärungsbedarf nach wie vor hoch!"

Wien, 18. März 2004 (ÖVP-PK) Der Aufklärungsbedarf über Sekten und sektenähnliche Gruppierungen ist nach wie vor hoch: Das zeigt der fünfte Bericht der Bundesstelle für Sektenfragen, der heute im Familienausschuss diskutiert wird. Das Hohe Niveau der Anfragen konnte gehalten bzw. in gewissen Bereichen gesteigert werden. Das erklärte die Vorsitzende des Familienausschusses, ÖVP-Familiensprecherin Abg. Ridi Steibl heute, Donnerstag. Aufgabe der Bundesstelle für Sektenfragen ist die Dokumentation und Information über Gefährdungen, die von Sekten oder sektenähnlichen Aktivitäten ausgehen können. ****

Laut Bericht haben sich im Jahr 2002 1.734 Personen mit ihren Anliegen an die Bundesstelle für Sektenfragen gewandt. Dabei suchten nicht nur einschlägige Fachstellen und staatliche Stellen Information und Beratung, sondern in einem hohen Ausmaß auch Privatpersonen, LehrerInnen, SchülerInnen und StudentInnen sowie Medien.

In 631 Fällen erfolgte über die Vermittlung von Sachinformation hinaus eine intensive psychosoziale Beratung, wobei die meisten Menschen diese deshalb in Anspruch nahmen, weil sie in Sorge um einen Familienangehörigen bzw. eine Familienangehörige waren. Immerhin 101 Personen wandten sich in eigener Sache an die Bundesstelle. Nicht zuletzt aus geographischen Gründen kamen die weitaus meisten Beratungsfälle aus Wien und aus Niederösterreich, erstmals betrafen sie deutlich mehr Frauen (354) als Männer (277), berichtete Steibl aus dem Sektenbericht.

Für Betroffene erleichtert wird die Kontaktaufnahme mit der Bundesstelle für Sektenfragen dadurch, dass Verschwiegenheit zu den wichtigsten Kriterien der Informations- und Beratungstätigkeit zählt. Dem Wunsch anfragender Personen nach Anonymität wird stets entsprochen. Die Sektenstelle achtet bei ihrer Tätigkeit, wie sie im Bericht betont, aber besonders auch auf Datenschutz, Grundfreiheiten und Menschenrechte einschließlich der Glaubens-, Religions- und Gewissensfreiheit.

Die Anfragen an die Sektenstelle bezogen sich auf 254 verschiedene Gruppierungen, was nach Ansicht der AutorInnen des Berichts deutlich macht, dass sich die weltanschauliche Szene immer mehr in unterschiedlichste Gruppierungen und EinzelanbieterInnen aufspaltet und es ständig zu Neugründungen kommt. Einige der Anfragen an die Bundesstelle betrafen aber auch staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas, so Steibl. "Das bei weitem größte Interesse der Anfragesteller galt 2002 dem Satanismus, gefolgt von Scientology, den Zeugen Jehovas und der Holosophischen Gesellschaft. Dahinter rangieren Sahaja Yoga und der Bereich Esoterik" - letzterer laut Bericht ein unüberschaubares Sammelbecken von Organisationen, kleinen Gruppierungen und EinzelanbieterInnen. Vor allem die so genannte Gebrauchsesoterik scheint in weiten Teilen der Bevölkerung bereits gut verankert zu sein, heißt es im Bericht.

"Der Sektenbericht ist für uns alle eine wichtige Informationsquelle und vor allem ein notwendiges Instrument, um zu wissen, wo und wie man in der nach wie vor aktuellen Problematik der Sekten ansetzen soll und kann", schloss Steibl.
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