ARBÖ: Mehr als die Hälfte der Autofahrer telefoniert ohne Freisprechanlage

Erschreckende Zunahme der "Freisprech-Muffel" in den letzten vier Jahren

Wien (OTS) - Dreiviertel aller Lenker (75 Prozent) telefonieren während des Autofahrens. Davon benutzen mehr als die Hälfte (55 Prozent) keine Freisprechanlage. Zu diesen besorgniserregenden Kernergebnissen kommt die neue Handy-Studie des ARBÖ. "Die Sorglosigkeit hat leider zugenommen", resümiert Günther Schweizer, ARBÖ-Verkehrsexperte. Bei der letzten ARBÖ-Handystudie vor vier Jahren gab es weniger "Freisprech-Muffel" (42 Prozent) als heute.

Wer ohne Freisprecheinrichtung beim Autofahren telefoniert, nimmt ein hohes Unfallrisiko in Kauf. Das dokumentieren zeigten eindrucksvoll die praktischen Handy-Testfahrten auf dem neuen ARBÖ-Fahrsicherheitszentrum im steirischen Ludersdorf. Insbesondere bei raschen Ausweich- und Lenkmanövern, beim Gangschalten oder Blinken kommt es zu gefährlichen Situationen. "Ehe man sich’s versieht, verliert man die Herrschaft über den Wagen", weiß ARBÖ-Testpilot Thomas Woitsch zu berichten. "Der Kurvenradius ist eindeutig größer, wenn nur mit einer Hand gelenkt wird."

"Dass es vielen Autofahrern an Problembewusstsein mangelt, zeigt noch ein weiteres Detail der ARBÖ-Studie", fährt Schweizer fort. Dreiviertel aller Freisprech-Muffel denken nicht im entferntesten daran, sich in Zukunft eine Freisprechanlage zuzulegen. Vor vier Jahren hatten noch mehr als die Hälfte der Verweigerer wenigstens gute Vorsätze für die Zukunft gehabt. Günther Schweizer: "Die Lenker fühlen sich nicht gefährdet und wiegen sich in einer trügerischen Sicherheit". Mit ein Grund für die Zunahmen der Freisprech-Muffel ist sicherlich auch der häufige Handy-Wechsel. Die alte Freisprechanlage passt nicht mehr zum neuen Handy.

Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung kein Kavaliersdelikt

Es handelt sich um kein Kavaliersdelikt, stellt der ARBÖ fest. Wer ohne Freisprechanlage hinter dem Steuer telefoniert, bricht das Gesetz. Ohne Freisprechanlage beim Autofahren telefonieren ist in Österreich seit fünf Jahren verboten, wie in vielen anderen Staaten. Geldstrafen von 21 Euro bis 72 Euro sind möglich. Nur wer sofort zahlt, kommt mit der Mindeststrafe von 21 Euro davon. Andernfalls kommt es zu einer Anzeige mit Strafen bis zu 72 Euro.

Die Ergebnisse im Detail:

2000 2004 Telefonieren beim Autofahren: 70% 75% Keine Freisprecheinrichtung: 42% 55%

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