bfi: In der Warteschleife des Arbeitsmarktes

Wien (OTS) - Sabine S. ist 32 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren. Vor zwei Jahren hatte ihr Mann einen Verkehrsunfall. Sie musste kündigen, um sich um ihre Familie zu kümmern. Nach langwieriger Physiotherapie kann ihr Mann wieder arbeiten. Sabine S. ist noch immer arbeitslos. Der schwierige Weg zurück in die Arbeitsgesellschaft.

Eines steht fest: Sabine S. möchte wieder arbeiten. Nicht nur des Geldes wegen, sondern, wie sie meint: "Man möchte wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sein". Über 120 Bewerbungen hat sie schon geschrieben. Bis jetzt ohne Erfolg. Das Arbeitsmarktservice beauftragt und fördert Kurse des Berufsförderungsinstitutes (bfi). Ziel ist es, Arbeitslose bei Weiterbildung und Arbeitssuche zu unterstützen. Seit vier Wochen absolviert die 32jährige jetzt einen Kurs, der ihr den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern soll. Die TeilnehmerInnen der bfi-Kurse sollen sich orientieren können. Sabine S. möchte wieder im Marketingbereich arbeiten. Sie hat eine gute Ausbildung und acht Jahre Beruferfahrung. Nach dem "Orientierungskurs" folgt eine sogenannte vierwöchige "Aktivierung". Man begibt sich gemeinsam auf intensive Jobsuche.

"An Motivation mangelt es nicht..."

S. hat es zwar "leichter" als Frauen in vergleichbaren Situationen, da ihr Mann gut verdient. "Sparen muss man trotzdem, es gibt Engpässe". Nach unzähligen Vorstellungsgesprächen will sie aber nicht aufgeben. "An Motivation mangelt es mir nicht", hält sie fest. Unter den finanziellen Problemen und Enttäuschungen hat natürlich auch das Familienleben zu leiden. Zusätzlicher "Stress" zu Hause ist die Folge. Man vermeidet Gespräche über die Arbeitslosigkeit "und fängt an, sich zu verstecken". Der Druck für die zweifache Mutter ist groß.

Kostenfaktor Mensch

Die 32jährige spürt den Preiskampf der Firmen auch bei ihren Vorstellungsgesprächen. "Dass ich Abstriche machen muss, ist mir klar, aber manchmal komm ich mir vor, als hätte ich ein Preisschild am Rücken", erzählt sie emotional. Öfters wurde ihr schon gesagt, dass nur "der Billigste" genommen wird. "Ich habe doch auch meinen Stolz. Ich biete meine vollwertige Arbeitskraft". Noch ärgerlicher wird Sabine S., wenn sie merkt, dass sie auf Grund ihrer zwei Kinder abgelehnt wird. "Meistens werde ich nach meinen Kindern gefragt, weil befürchtet wird, meine Kinder lenken mich vom Job ab. Dass ich zu Hause bleibe, wenn sie krank sind. Deswegen bin ich ja nicht weniger wert. Zählt meine Erfahrung nicht?", fragt sie sich.

Weiterbildung hilft

Seit über 45 Jahren gibt es das bfi Wien. Das Credo des gemeinnützigen Landesverein lautet: Durch Weiterbildung Existenzen sichern und Lebensqualität schaffen. Sabine S ist einer von 32.000 Menschen, die jährlich die Angebote dieser Einrichtung nützen. Die TrainerInnen des bfi werden sie die nächste Zeit unterstützen. Sie ist überzeugt, dass sie bald wieder einen Arbeitsplatz hat.

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