Faymann: In 5 Jahren Bau von 1.700 Dachgeschosswohnungen gefördert

Theoretisches Ausbaupotenzial liegt bei 100.000 Wohnungen

Wien (OTS) - "Dachgeschosswohnungen erfreuen sich größter Beliebtheit, weil sie individuelles Wohnen bei bester Infrastruktur und zumeist zentraler Lage bieten. Aus Sicht der Stadt liegen die Vorteile darin, dass weder Grünflächen verbaut werden noch Grundstückkosten anfallen. Die Stadt setzt daher gezielt Fördermittel ein, um diese Wohnform auch für den Wohnungssuchende mit durchschnittlichem Einkommen leistbar zu gestalten. In den letzten fünf Jahren wurden auf diese Weise 1.700 hochwertige Wohnungen mit Fördermitteln errichtet. Insgesamt wurden seit 1998 rund 4.200 Wohnungen in Dachgeschossen errichtet", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann. "Theoretisch liegt das wienweite Potenzial auf den 32.000 Gründerzeithäusern für den Ausbau von Dachgeschossen bei etwa 100.000 Wohnungen".

Im Jahr 2003 wurden 351 Dachgeschosswohnungen - der Großteil davon im Rahmen einer Generalsanierung der Wohnhäuser errichtet und von der Stadt mit rund 26 Millionen Euro gefördert.

Ein Drittel des gesamten Wiener Gebäudebestandes (rund 32.000 Gebäude) stammt aus der Zeit von 1848 -1918, der Gründerzeit. Die großteils unausgebauten Dachböden stellen eine massive Wohnraumreserve, in zumeist gut erschlossenem Stadtgebiet, dar.

Der Dachausbau entspricht dem Ideal der sanften Stadtverdichtung und stellt die städtische Antwort auf das Einfamilienhaus im Grünen dar.

Alternative - Architektur

Übliche Dachausbauten in Wien bewahren den bestehenden Dachumriss oder erhöhen die Dachneigung auf 45 Grad. Die Belichtung der Dachräume erfolgt über Dachflächenfenster oder Gaupen.

Die Ausstellung DRAUFSETZEN ist dagegen fokussiert auf herausragende Beispiele, welche die formalen, gestalterischen, architektonischen und gesetzlichen Bedingungen für Dachausbauten auf kreative Weise auslegen.

Die ausgewählten 19 Beispiele repräsentieren nicht den Durchschnitt, den herkömmlichen oder üblichen Dachausbau in Wien. Die gezeigten Projekte sollen in ihrer teils extremen Ausformung zur Diskussion herausfordern.

Die Ausstellung "Draufsetzen" ist eine Wanderausstellung, die stetig wächst. Neben den Wiener Beispielen werden in der von der Wiener Planungswerkstatt, der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) und der Gebietsbetreuung Ottakring organisierten Ausstellung auch "Dachphantasien" des Instituts für Hochbau der Technischen Universität Wien sowie Dachausbauten in Budapest, Berlin, München und Prag gezeigt.

Unten alt, oben neu, heißt die Devise. Alte Fassade trägt neuen Hut. Gründerzeitlicher Fassadenschmuck trifft funktions- und materialbewusste Architekturkonzeptionen. Wie wirkt dies für das einzelne historische Gebäude? Welche Auswirkungen nimmt die Veränderung in der Dachlandschaft für das künftige Wiener Stadtbild?

Welche Wege findet der Wiener Dachausbau? Welche Veränderungen der Dachlandschaft sind zu erwarten? Wieviel Architektur verträgt die gründerzeitliche Stadt?

Die Ausstellung "Draufsetzen" soll zeigen, dass sich kreative Köpfe mit den Problemen über unseren Dächern beschäftigen und Lösungen bereithalten. Sie soll helfen, Umsetzungsprobleme von zeitgemäßen Dachausbauten zu erkennen und entsprechende Strategien zu entwickeln. Und sie soll die Bewohner, Bauträger und Architekten informieren, u Verständnis für die künftigen Veränderungen im Stadtbild entwickeln zu können.

Die Ausstellung ist von Donnerstag, 18.3.2004 bis Freitag, 16. April zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

o Die Öffnungszeiten sind: Mo, Di, Mi, Fr: 9.00 bis 16.00 Uhr. Do, 9.00 bis 19.00 Uhr. Ort: Planungswerkstatt Wien, 1, Friedrich Schmidt-Platz 9.

Führungen für Interessierte

Für besonders Architekturinteressierte finden jeden Donnerstag um 17.00 Uhr Führungen durch die Ausstellung statt. Wer darüber hinaus fertiggestellte Dachgeschossausbauten vor Ort besichtigen will, kann Führungen durch die Ausstellung mit Dachgeschossausbauten vor Ort verbinden. Diese kombinierten Führungen finden am Mittwoch, den 24.3.2004, den 31.3.2004 sowie den 14.4.2004 statt. Treffpunkt ist jeweils um 13.30 Uhr in der Planungswerkstatt. Die Teilnahme an einer Führung ist ausschließlich nach telefonischer Anmeldung möglich (Tel.: 4000 8818).

o Nähere Informationen bietet auch www.stadtentwicklung.wien. at

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