LT-Präs.Mader: Vor 300 Jahren beschlossen die Tiroler Landstände die Errichtung der Annasäule in Innsbruck

Innsbruck (OTS) - Zu Beginn des zweiten Sitzungstages des März-Landtages erinnerte heute der Präsident des Tiroler Landtages, Prof. Ing. Helmut Mader, dass vor genau 300 Jahren sich die Tiroler Landstände, also der Landtag, noch einmal mit dem sogenannten "Bayrischen Rummel" im Jahre 1703 befaßt haben.
Am 1. März 1704 erklärte der Abgesandte des Brixner Fürstbischofs Kaspar Ignaz Graf Künigl (1702 bis 1747), in einer Sitzung des Engeren Ausschusses der Tiroler Landstände in Bozen, es sei notwendig, aus Dankbarkeit für die 1703 erfolgte Befreiung vom Feind, ein Gelöbnis abzulegen.
Nachdem in der Sitzung vom 4. März die Meinungen über den Inhalt eines solchen Gelöbnisses noch sehr verschieden waren, wurden am 7. März folgende drei Punkte beschlossen: Das Fest Mariä Empfängnis soll im ganzen Land Tirol gefeiert werden; ein allgemeiner Fasttag am Vorabend, überdies soll eine Marmorsäule mit der Gottesmutter Maria und den Diözesanpatronen Kassian (Brixen) und Vigilius (Trient) vor dem Landhaus errichtet und jede Samstagnacht dort eine Lampe angezündet werden.
Weiters soll jährlich am 26. Juli, dem Annatag, an dem der Feind die Haupt- und Residenzstadt Innsbruck verlassen hat, von der Stadtpfarrkirche zu St. Jakob aus eine Prozession zur Votivsäule gehalten werden - aus diesem Grund erhielt diese Mariensäule den Namen "Annasäule" -, desgleichen sollen von der Landeskasse je ein Gulden als Almosen an zwölf Bedürftige gegeben werden. Schließlich sollte in Trient die gleiche Almosenverteilung am Tag nach Maria Geburt, am 9. September, an dem der Feind die Stadt Trient verlassen hat, stattfinden. Ebenso soll es dort an diesem Tag eine Prozession von der Domkirche nach S. Maria Maggiore geben. Schließlich soll noch ein Betrag von 300 Gulden zur Vollendung des St. Anna-Altares in der Spitalskirche zu Innsbruck zur Verfügung gestellt werden.
Am 15. März 1704, erfolgte in der Landschaftlichen Kirche Mariahilf das feierliche Gelöbnis der Tiroler Landstände zur Errichtung der Annasäule.
Der Auftrag wurde um 4000 Gulden an Cristoforo Benedetti (1660 -1735) in Castione bei Mori (Trentino) vergeben, aus dessen Werkstatt neben zahlreichen profanen Kunstwerken auch etwa 50 Altäre stammen. Am 26. Juli 1706 fand dann erst die feierliche Einweihung der Annasäule statt.

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