Bartenstein: Funktionierender Kapitalmarkt stärkt gesamte Volkswirtschaft

"15 Jahre Aktienforum" - Synonym für Engagement am österreichischen Kapitalmarkt

Wien (BMWA/OTS) - "In den 15 Jahren seines Bestehens ist das Aktienforum als Plattform von an der Börse notierten Unternehmen seiner satzungsmäßigen Widmung - nämlich der Popularisierung des Anlage- und Finanzierungsinstruments 'Aktie' und damit der Verbesserung der Eigenkapitalstruktur und der Eigentumsstreuung - in hervorragender Weise nachgekommen." Diese Worte der Anerkennung setzte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein heute, Mittwoch, im Haus der Industrie an die Spitze seiner Rede bei der Festveranstaltung "15 Jahre Aktienforum - 15 Jahre aktive Kapitalmarktpolitik".

In seiner Rede erinnerte Bartenstein daran, dass ein funktionierender Kapitalmarkt zu den wesentlichsten Punkten bei der Beurteilung der Standortattraktivität eines Landes gehört und starke positive Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft eines Landes hat. Er sei nämlich die Grundlage für die optimale Versorgung der Unternehmen mit Kapital und damit eine wesentliche Voraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung.

Wichtig sei es, vom derzeit im internationalen Vergleich noch sehr hohen Anteil der Unternehmensfinanzierung über Kredite (in Österreich rund 65%, in der EU rund 46%, in den USA jedoch nur rund 20%) weg zu kommen und stattdessen zu einer höheren Eigenkapitalausstattung zu kommen. Das würde eine flexiblere Geschäftsführung erlauben und ein "Durchtauchen" konjunkturelle Schwächephasen erleichtern, erklärte der Wirtschaftsminister.

Wegen dieser Österreich-spezifischen Situation und des wegen der weltweiten Vertrauenskrise der Aktienmärkte angespannten globalen Umfelds habe - so Bartenstein weiter - die Bundesregierung zur Belebung des heimischen Kapitalmarktes eine "Kapitalmarktinitiative" gestartet, in deren Rahmen Dr. Richard Schenz als "Regierungsbeauftragter für den Kapitalmarkt" alle Maßnahmen koordiniert. Neben zwei Aktionsplänen zur Stärkung des Vertrauens, zur Verbesserung von Angebot und Nachfrage sowie zum Ausbau der Marktinfrastruktur nannte Bartenstein in diesem Zusammenhang vier Instrumente zur Belebung des Kapitalmarktes: die jüngste Form der Zukunftsvorsorge mit ihren besonderen Bestimmungen für die Kapitalveranlagung, den "Österreichischen Corporate Governance Kodex" als Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Aktiengesellschaften, die 2002 eingerichtete Finanzmarktaufsichtsbehörde mit ihrer Zusammenfassung der vorher zersplitterten Aufsichtskompetenzen und die Übernahmekommission als weisungsfreie Kollegialbehörde zur Überwachung und Entscheidung von Übernahmeangeboten.

Mit diesen Maßnahmen und vor allem auch mit den Privatisierungen der letzten Jahre sei die Wiener Börse wesentlich gestärkt worden, betonte Bartenstein. Das sei speziell für Österreich mit seinen vergleichsweise kleinen Unternehmen wichtig, da erstens auf den Heimatbörsen wesentlich höhere Umsätze erzielt werden und die Chancen auf Auslandsmärkten wegen der umfassenden Informationspflichten und der hohen Transaktionskosten sehr eingeschränkt sind.

An seinen Dank an das Aktienforum für dessen bisherige wertvolle Beiträge zur Weiterentwicklung des österreichischen Kapitalmarkts schloss Bartenstein abschließend die Freude auf einen weiterhin konstruktiven Dialog zur kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen für den österreichischen Kapitalmarkt an

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