Tourismus: Nichts Neues von der Gewerkschaft

Hinterleitner: Nichts Neues im Forderungspaket der Gewerkschaft vor dem morgigen Beginn der KV-Verhandlungen - Schenner zu Lehrlingsmarkt und Saisoniers

Wien (PWK 185) - Als "altbekannt" bezeichnet Helmut Hinterleitner,Verhandlungsführer der heimischen Tourismuswirtschaft, das heute vor Journalisten von Arbeitnehmervertreter Rudolf Kaske präsentierte Forderungspaket der Gewerkschaft HGPD für die morgen beginnenden Kollektivvertragsverhandlungen für 156.000 Beschäftigte (Arbeiter) im Hotel- und Gastgewerbe.

Populistisch-plakativ, so Hinterleitner, seien die Forderungen Kaskes nach neuen Mindestlöhnen für die Branche. "Ja was wenn nicht diese will er denn in den gemeinsamen Gesprächen erreichen? Dazu gibt es ja die KV-Verhandlungen." Das unnötige "Aufzeigen" vor Beginn der Verhandlungen hätte Kaske sich sparen können, so Hinterleitner.

Wenn aber Kaske die Tourismuswirtschaft als Niedriglohnbranche darstelle, "entspricht das nicht der Realität. Natürlich besteht das Einkommen aus mehreren Komponenten. Statistische Begriffe und Daten, wie sie von der Gewerkschaft zur Beschreibung der angeblichen Situation oft verzerrend verwendet werden, werden der Wirklichkeit nicht gerecht", so Hinterleitner.

Zu den Verhandlungspositionen der Tourismuswirtschaft will Hinterleitner im Vorfeld nur so viel sagen: "Natürlich haben auch wir Lösungsansätze, die zu einem besseren Funktionieren des touristischen Arbeitsmarktes beitragen." Dem guten Stil gehorchend werde das Gesamtpaket aber nicht zuerst der Presse präsentiert, sondern morgen, Donnerstag, erst einmal mit den Verhandlungspartnern, mit denen man eine gemeinsame Lösung anstrebe, diskutiert.

Zu den seitens der Gewerkschaft immer wieder aufs Tapet gebrachten Positionen zu den Saisonniers bemerkt Johann Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), "dass sich das Saisonier-Modell im österreichischen Tourismusarbeitsmarkt sehr bewährt hat." Es dürfe nicht übersehen werden, dass die heimische Tourismuswirtschaft die einzige Branche darstellt, die in den vergangenen acht Jahren 12.000 Vollarbeitsplätze neu geschaffen hat, was jährlichen Zuwachs von 1500 neuen Beschäftigungen bedeutet. "Das ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit einem zunehmenden Druck auf den Arbeitsmarkt ein Faktum, das es auch durch die Gewerkschaft zu würdigen gilt." Die Zunahme am Arbeitsmarkt sei weiters ein Indiz dafür, dass es durch die Saisoniers zu keinen Beeinträchtigungen am touristischen Arbeitsmarkt komme - "ganz im Gegenteil: Vielfach können in Saisonspitzenzeiten die touristischen Betriebe nur aufrecht erhalten werden, wenn ausreichend Saisoniers zur Verfügung stehen."

Als besonderen Erfolg in der Tourismuswirtschaft bezeichnet Schenner die Lehrlingsausbildung: So konnte die Zahl der Tourismuslehrlinge von 2003 auf 2004 neuerlich um 3,2 Prozent auf insgesamt 13.330 Lehrlinge gesteigert werden. Somit trägt die Branche knapp 12 Prozent zum österreichischen Lehrlingsmarkt bei. Das entspricht ebenfalls einer Steigerung von 3,5 Prozent in den vergangenen acht Jahren.

Die Frage der Mobilität ist in einer saisonalen Branche wie dem Tourismus natürlich eine Notwendigkeit, an der man nicht vorbei kommt: "Es ist daher befremdend,wenn Kaske verhindern will, dass junge Menschen aus dem Osten Österreichs Lehrstellen im Westen oder Süden antreten wollen." Ganz im Gegenteil meint Schenner, man solle die Bereitschaft durch Mobilitätshilfen unterstützen.

Auch dem Vorschlag von WKÖ-Präsident Christoph Leitl, die Lehrlingsprämie von 1000 auf 2000 Euro zu erhöhen, kann Schenner viel abgewinnen: "Das würde dem Lehrlingsmarkt im Tourismus helfen", meint Schenner abschließend. (JR)

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