Niederwieser und Schasching präsentieren Forderungskatalog zu EU-Jahr "Erziehung durch Sport"

Wien (SK) "Studien belegen, dass neben dem Nichtrauchen regelmäßiger Sport das Leben im Schnitt um sechs Jahre verlängert", stellte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Beate Schasching, der Vorsitzenden des parlamentarischen Sportausschusses, am Mittwoch klar. "Neue Impulse sollen gesetzt werden - es geht um Erziehungsziele, um Toleranz, Ausdauer, Gesundheitsbewusstsein und um Fairness", fasste Niederwieser zusammen. "Eltern können über Kinder positiv zum Sport motiviert werden. Österreich kann insgesamt wieder in Bewegung gesetzt werden", sagte Schasching, die den von der SPÖ ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog vorstellte.****

Unter dem Motto "Beweg dich für deine Zukunft" konzentriere sich die Europäische Kommission in diesem Jahr auf "Erziehung durch Sport", sagte Niederwieser zu Beginn. "Studien beweisen jedoch, dass immer mehr Kinder an Übergewicht leiden", brachte Niederwieser die Realität auf den Punkt. Dennoch würden, etwa an Berufsbildenden Höheren Schulen, Turnstunden auf eine Stunde pro Woche gekürzt, was als "besonders negativ empfunden wird", erklärte Niederwieser:
"Sportunterricht darf in den Schulen keine Nebensache mehr sein." Auch wissenschaftliche Studien wie "Klug & Fit" belegen, dass Turnstundenkürzungen wieder zurückgenommen werden müssen, untermauerte Niederwieser seine Forderung.

Im heurigen Jahr, das "alle Kinder betrifft", müsse die Bundesregierung "mindestens die gleich hohe, wenn nicht höhere" Dotierung zur Verfügung stellen, wie das im vorangegangenen Jahr der Behinderten der Fall gewesen war, lautete die Forderung des Bildungssprechers.

Ein wichtiger Schwerpunkt der SPÖ bestehe auch darin, eine Brücke zwischen "Schulen und Vereinen" zu bauen und die Kooperation mit örtlichen Vereinen zu forcieren, sagte Niederwieser. Zudem solle die Aus- und Weiterbildung des gesamten pädagogischen Personals gewährleistet werden.

Schasching stellte die zehn Punkte des SPÖ-Forderungskatalogs vor:
Die Umbenennung des Faches Leibeserziehungen - eine Bezeichnung, die "in die Mottenkiste gehört" - in den zeitgemäßen Begriff "Bewegung und Sport. Der zweite Punkt betrifft die Grundschule, wo die SPÖ unter dem Titel "Bewegtes Lernen für alle Kinder in der Grundschule" für täglich eine Unterrichtseinheit mehr an Bewegung eintritt.

Die dritte Forderung bezieht sich auf die Vernetzung von Sport und Schule, wo die "Lücke zwischen Schulen und Vereinen geschlossen werden soll", so Schasching. Im Konkreten forderte sie, dass im organisierten Vereinssport 100 Ausbildungsplätze für TrainerInnen und Lehrwarte mehr geschaffen werden sollen: "Es gibt genug Personen mit einer fertigen Ausbildung, die nicht unmittelbar eine Ausbildung finden", so Schasching. Die Finanzierung soll zu je einem Drittel über den Bund, über das AMS und über den Verein erfolgen.

Der vierte Punkt betrifft die Ausbildungsplätze, wo eine Verknüpfung von "Sportfachausbildungen mit allen Pädagogischen Ausbildungsmodulen unter Einbeziehung der Bundesanstalten für Leibeserziehung" stattfinden müsse. Zudem soll die nationale Sportausbildung auf europäischem Niveau Anerkennung finden.
Eine weiterer Vorschlag lautet "barrierefreier Zugang zu Schulsporteinrichtungen", welcher auch Kinder mit Handycaps offen stehen müsse. Das sechste Anliegen bezieht sich auf wissenschaftliche Studien wie "Klug & Fit", die "weitergeführt und zur Evaluierung der Maßnahmen" herangezogen werden sollen.

Der siebente Vorschlag lautet "10 mal 10.000 Plätze in den nächsten 10 Jahren" und bezieht sich auf den Ausbau der ganztägigen Schulformen mit täglichen Sportstunden, die längere Lernsequenzen auflockern sollen. Die achte Forderung lautet, dass die Einheiten "Bewegung und Sport" mindestens im Ausmaß von zwei Wochenstunden stattfinden sollen. Schließlich will die SPÖ mittels der Anschaffung von Impulsgeräten - u. a. 100 Tischtennistische, 1.000 Softbälle und 1.000 Ultimate Frisbees - "ein konkretes Zeichen setzen". Schasching: "Wo im Pausenraum ein Tischtennistisch steht, da wird er auch benutzt."

Der letzte Vorschlag der SPÖ bezieht sich auf die Motivation von Jugendlichen, wobei der direkte Kontakt mit Idolen aus dem Spitzensport wie "Werner Schlager, Vera Lischka und Steffi Graf" maßgebend zur sportlichen Motivation beitragen könne. Dazu sollen die österreichischen Top 50 SportlerInnen in eine Jugend-Sport-Promotion-Aktion eingebunden werden, so Schasching abschließend. (Schluss) gg

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