Csörgits: Rauch-Kallat schweigt zu Unisex-Tarifen

Erster Erfolg im EP-Frauenausschuss - österreichische Regierung soll Kommissionsvorschlag unterstützen

Wien (ÖGB) - "Ich fordere Frauenministerin Rauch-Kallat auf, Stellung zu beziehen, ob sie für die Gleichstellung der Frauen beim Abschluss von Privatversicherungen ist oder die Interessen der Versicherungswirtschaft vertritt", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits. Erfreut ist Csörgits über die gestrige Zustimmung des Frauenausschusses des Europäischen Parlaments zu einem Richtlinien-Entwurf der Kommission zur Verhinderung von Diskriminierungen im Dienstleistungsbereich. Kernstück dieses Richtlinien-Entwurfs ist die Einführung von unisex-Tarifen für neu abgeschlossene Versicherungen.++++

Der Richtlinien-Vorschlag muss vom Plenum des EU-Parlaments und vom EU-Rat beschlossen werden, damit er in Kraft treten kann. "Die Gleichbehandlung der Frauen ist ein Grundrecht, dem die Autonomie der Versicherungen bei der Gestaltung ihrer Tarife unterzuordnen ist", sagt Csörgits. Derzeit zahlen Frauen in Österreich beispielsweise wesentlich mehr für eine private Krankenversicherung als Männer. "Die höheren Prämien werden unter anderem mit dem 'Risiko' einer Schwangerschaft begründet. Ein derartiger Schwangerschaftszuschlag wäre nach Beschluss der Richtlinie nicht mehr möglich", sagt Csörgits. Nach Geschlecht unterschiedliche Prämien gibt es derzeit auch in vielen anderen Bereichen, zum Beispiel bei den privaten Pensionsversicherungen.

"Wir fordern den Finanz- und den Wirtschaftsminister sowie Frauenministerin Rauch-Kallat auf, in Brüssel offensiv für den Beschluss der Richtlinie einzutreten. Von Frauenministerin Rauch-Kallat hört man derzeit zu dem Thema ja nichts: Sie übt sich in beständigem Schweigen", so Csörgits abschließend. (mfr)

ÖGB, 17. März
2004
Nr. 175

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