Sozial-Landesrat Josef Ackerl: OÖ Ärztekammer-Vorschlag leistet Absetztendenzen des Bundes aus der Spitalsfinanzierung Vorschub

Linz (OTS) - "Als nur wenig durchdacht" bezeichnet der zuständige oberösterreichische Gemeindereferent und Sozial-Landesrat Josef Ackerl die aktuellen Inserate der OÖ Ärztekammer. In diesen wird die Einrichtung von "zeitlich begrenzten Fixbetten" in Bezirksaltenheimen gefordert, die jene PatientInnen aufnehmen sollen, bei denen sich der Hausarzt im Unklaren ist, ob er sie ins Krankenhaus einweisen soll. Auf eine derartige generelle "Clearingfunktion" sind die OÖ Alten-und Pflegeheime aber nicht ausgerichtet. "Mit diesem Vorschlag kommt die OÖ Ärztekammer zudem den ohnehin massiven Absetztendenzen des Bundes von seiner finanziellen Verantwortung für den Krankenhausbereich sogar noch entgegen. Denn finanzieren müssten diese ‚Clearingbetten‘ in Oberösterreich dann die ohnehin finanziell schwer angeschlagenen Gemeinden," warnt Ackerl.

Nach den Vorstellungen der OÖ Ärztekammer verbleiben die betroffenen PatientInnen dann bis zur Entscheidung des Hausarztes "am nächsten Tag" im Heim. Mit diesen "Clearingbetten" sollen die Akutbetten in den Spitälern entlastet und noch brach liegende Synergien genutzt werden. "In der Praxis erweist sich dieser Vorschlag als mehr als wirklichkeitsfremd," kritisiert Ackerl. So sind die Alten- und Pflegeheime auf die Pflege und Betreuung von alten, pflegebedürftigen Personen und nicht als "Krankenhaus-Light" ausgerichtet. Der Schwerpunkt liegt in den Alten- und Pflegeheimen - im Gegensatz zu den Spitälern - in der Pflege und Betreuung und nicht in der medizinischen Versorgung (die natürlich dennoch ein wichtiger Bestandteil ist). Im Gegensatz zu den Krankenhäusern verbringen die BewohnerInnen von Alten- und Pflegeheimen ihren Lebensabend im Heim. Es handelt sich bei ihnen um keine PatientInnen im klassischen (eher kurzfristiger Aufenthalt zum Zwecke der Gesundung) Sinne. Genau auf diese Ausrichtung und Aufgaben der Alten- und Pflegeheime ist auch der Mindestpflegepersonalschlüsel ausgelegt. Für die kurzfristige Betreuung und Pflege - unter anderem zur Entlastung der pflegenden Angehörigen - gibt es die derzeit rd. 240 Kurzzeitpflegeplätze.

Eine "besonders problematische" Konsequenz wäre jedoch die finanzielle Folgewirkung dieses "unausgegorenen" Ärztekammer-Vorschlages. Mit diesem Vorschlag käme es zu einer Kostenverlagerung vom Krankenhaus- in den Sozialbereich. In Oberösterreich müsste der laufende Aufwand für diese "Clearingbetten" in Alten- und Pflegeheimen von den finanziell ohnehin ausgehungerten Gemeinden finanziert werden. Auch aus der Sicht des Personals bringt dieser Vorschlag zusätzliche Probleme. Gerade im Bereich des diplomierten Personals gibt es bereits heute in den Heimen - im Gegensatz zu den AltenfachbetreuerInnen - einen Personalmangel.

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