Häupl in NEWS kontra Haider: SP-FP-Koaliton "ein schwerer Fehler"

Roter Haider liebäugelt mit blauem Haider - Oberöstereichs SP-Chef Erich Haider in NEWS über Rot-Blau: "Bin nach der Wahl für viele Varianten offen - auch für einen Partner Haider"

Wien (OTS) - Der überraschend schnelle Abschluss eines Koalitionsabkommens zwischen FPÖ und SPÖ in Kärnten stößt bei SPÖ-Spitzenpolitikern österreichweit auf höchst unterschiedliche Aufnahme, berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden neuen Ausgabe. Wiens Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Häupl übt im Interview mit NEWS massive Kritik am Vorgehen der Kärntner Sozialdemokraten. Wörtlich sagt Häupl in NEWS

- über den rot-blauen Pakt in Kärnten: "Persönlich halte ich diese Vorgangsweise für einen schweren Fehler. Vor allem aus pragmatischen Gründen. Man muss gar nicht besonders viele Statistiken studieren, sondern nur mit einigen Kärntner Unternehmern reden, um zu wissen, wie schlecht es um die Kärntner Wirtschaftslage bestellt ist. In einer solchen Situation besteht die große Gefahr, dass der Kärntner Landeshauptmann nur darauf wartet, jemandem die Verantwortung dafür anhängen zu können."

- über mögliche Folgen für die Bundespolitik: "Das ist ausschließlich eine regionale Angelegenheit.

- über das langjährige Nein der SPÖ zu einer Koalition mit Haider:
"Daran ändert sich überhaupt nichts. Franz Vranitzky hat damals aus völlig nachvollziehbaren Gründen eine Koalition mit der Haider-Partei abgelehnt, was von Haider selbst wehleidig als generelle Ausgrenzung seiner Partei interpretiert wurde. Die Frage einer solchen Zusammenarbeit auf Bundesebene stellt sich ja auch heute überhaupt nicht."

- über eine mögliche Wandlung der FPÖ zu einem paktfähigen Partner nach FPD-Muster:"Die derzeitigen Entwicklungen gehen genau in die entgegengesetzte Richtung. Fast alle Politiker und Politikerinnen, die vielleicht für eine solche Änderung zu gewinnen gewesen wären, sind in der FPÖ ja in den letzten Monaten politisch füsiliert worden. Aber natürlich: In der Politik darf man nie Änderungen ausschließen. Nur können Spekulationen darüber höchstens für eine FPÖ nach Jörg Haider angestellt werden." Klare Sympathien für den rot-blauen Pakt in Kärnten und eine mögliche Zusammenarbeit im Bund zeigt hingegen Oberöstereichs SP-Chef Erich Haider im NEWS-Interview. Der "rote Haider" in NEWS wörtlich

- über den rotblauen Pakt in Kärnten: "Peter Ambrozy hat nicht mehr und nicht weniger getan, als die Linie, die der Bundesparteivorsitzende vor der Wahl vorgegeben hat, nach der Wahl umzusetzen. Es war eine Frage der Glaubwürdigkeit, den Stärksten zum Landeshauptmann zu machen."

- über den blauen Haider: "Jörg Haider hat der SPÖ ein großzügiges Angebot gemacht, das sie angenommen hat. Der Effekt für meinen Namensvetter: Jetzt hat er den Rücken gegenüber Schüssel frei und eine Absprungbasis in Richtung Bundespolitik. Die VP hätte sicher von Haider verlangt, dass er
in Kärnten bleibt, er hat jetzt die Chance auf ein Bundescomeback."

- über rot-blau im Bund: "Zunächst einmal wird durch Kärnten Jörg Haider gegenüber Schüssel gestärkt. Dann werden Wahlen geschlagen. Und danach werden wir den Wählerwillen zur Kenntnis nehmen, wie in Kärnten - wenn auch zähneknirschend - geschehen. Finden wir in Haider einen Partner, mit dem wir die Schüssel-Politik beenden können, werde ich für viele Varianten offen sein."

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