Burgstaller über die Zukunft der Salzburger Festspiele

Wien (OTS) - Nach der Machtverschiebung in Salzburg gibt es eine neue entscheidende Instanz für die politischen Belange der Festspiele. In der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe nehmen die designierte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und ihr Stellvertreter, der künftige Finanzlandesrat Othmar Raus, erstmals zur Zukunft des weitweit bedeutendsten Festivals der Klassik Stellung.

- Die Festspiele bleiben in der direkten Ressortkompetenz der Landeshauptfrau. Burgstaller: "Ich weiß genau, welche Anziehung für unser Land von ihnen ausgeht. Daher stehen sie auch im Mittelpunkt unserer Politik, wobei es klar ist, dass sich die Politik in das Künstlerische nicht einmischt."

- Die Subventionen wurden vor drei Jahren empfindlich gekürzt (laut Intendant Peter Ruzicka muss man schon mit 15 Millionen Euro weniger als Mortier auskommen). Die von Ruzicka mehrfach geforderte Erhöhung der derzeitigen Summe wird es nicht geben. Laut Raus ist im Gefolge der Finanzausgleichverhandlungen nicht einmal der Status quo sicher: "Wir sind froh, wenn wir das Bestehende erhalten können. Wenn wir weiter durch den Bund gekürzt werden, stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Auch die Festspiele wären dann nicht tabu." Burgstaller zum selben Thema: "Eine Kürzung ist für mich derzeit kein Thema. Aber wir haben auch eine klare Prioritätenregelung: den Wirtschaftsstandort festigen, Arbeit schaffen, das Recht auf Kinderbetreuung. Wir wollen die Festspiele nicht behindern. Aber ob dafür das gleiche Geld wie bisher notwendig und verfügbar ist, werden wir nach dem nun anstehenden Kassasturz und den Finanzausgleichsverhandlungen wissen. Ich werde mich jedenfalls um Sponsoren bemühen."

- Ruzickas mögliche Verlängerung steht noch in diesem Jahr an. Burgstaller zeigt sich laut NEWS dem Verbleib des Intendanten nicht abgeneigt: "Mit gefällt seine Intendanz, und ich gehöre nicht zu denen, die alles anders machen müssen. Ich werde mir ein großes Bild machen, und wenn die Bilanz positiv ist, bin ich durchaus für seinen Verbleib. Insbesondere gefällt mir, dass auch nach Mortier die Moderne ein Faktor der Festspiele ist. Trotzdem muss klar sein, dass Mozart die Lichtgestalt für Salzburg ist." Zusatz: "Als Halleinerin wünsche ich mir, dass der Standort Perner Insel erhalten bleibt. Auch, wenn wir Geld benötigen, um diese Spielstätte der Festspiele zu adaptieren. Das Schauspiel ist gerade für das jüngeree Publikum ein interessantes Angebot."

- Burgstallers Anforderungsprofil, sollte Ruzicka nicht bleiben wollen: "Salzburg braucht eine gute Mischung: stolz auf die Vergangenheit und mutig in die Zukunft mit Experiment und Avantgarde."

- Probleme tun sich bezüglich Ruzickas Plänen zum Mozart-Jahr 2006 auf: Der Idee, da alle 22 Opern Mozarts szenisch aufzuführen, können die Politiker nichts abgewinnen. Burgstaller will sich zwar nicht einmischen, aber doch " intern darüber sprechen, ob eine solche geballte Portion Mozart sinnvoll ist oder ob es nicht besser wäre, im Sinne der Nachhaltigkeit aus einem Jahr mehrere zu machen."

Noch deutlicher wird Raus: Das Projekt sei unfinanzierbar, ganz sicher würden nicht die zur Verfügung stehenden etwa acht Millionen Euro für das Mozart-Jahr in den Mozart-Marathon fließen: "Ich halte das für unfinanzierbar, und unsere Mittel werden im Sinne der Nachhaltigkeit für eine große Anzahl an Projekten im ganzen Land benötigt."

Das Museum im Mönchsberg hält Raus für gestorben: "Diese Entscheidung wurde vor zehn Jahren versäumt. Jetzt ist sie in die Unendlichkeit gerückt."

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