Bundespräsidentschaftskandidaten auf Tierschutz-Prüfstand

Heinz Fischer unterstützt Mindeststandards von VIER PFOTEN für ein modernes Bundestierschutzgesetz

Wien (OTS) - Der Präsidentschaftskandidat Dr. Heinz Fischer unterstützt die von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN geforderten Mindeststandards für ein modernes Bundestierschutzgesetz. Der Kandidatin Dr. Benita Ferrero-Waldner konnte kein "JA" für die Forderungen der Tierschützer abgerungen werden, es bleibt bei einem Lippenbekenntnis zum Tierschutz. "Mit der gestrigen Einigung im Ministerrat auf eine unbefriedigende Gesetzesvorlage bedarf es nun vereinter Kräfte, um das Schlimmste zu verhindern und eine Abänderung des Gesetzes im Sinne des Tierschutzes zu erreichen", zeigt sich VIER PFOTEN Geschäftsführerin Dr. Silvia Wolf besorgt.

Schützenhilfe zur Verwirklichung moderner Tierschutzstandards können Organisationen wie VIER PFOTEN auch gut gebrauchen. Die Regierungsparteien haben sich gestern nach 15-monatigem Zick-Zack-Kurs auf eine Gesetzesvorlage geeinigt, die den Intentionen eines BundestierSCHUTZgesetzes in keiner Weise entspricht. "Die fehlende Transparenz im Entscheidungsprozess rund um dieses Gesetz ist demokratiepolitisch sehr bedenklich. Experten-Meinungen und Forderungen von Tierschützern werden übergangen, es gibt massive Nivellierungen bestehender Länderregelungen nach unten und insbesondere im Nutztierbereich bleiben tierquälerische Praktiken an der Tagesordnung", empört sich Wolf.

Dr. Heinz Fischer sieht in der Gesetzesvorlage eine Diskussionsbasis. "Die Vorlage bedarf grundlegender Verbesserung, damit das Gesetz im Nationalrat durchgehen wird. Wichtig ist mir, dass es durch überhastetes Vorgehen nicht zu einem 'speed kills animals' kommt", betont der Bundespräsidentschaftskandidat. Auch spricht er sich dafür aus, für ein modernes Gesetz die strengsten Länderregelungen zusammenzufassen.

Hinter dem viel gepriesenen Käfighalteverbot von Legehennen 2008 verbirgt sich nach Ansicht der Tierschützer ein reiner Etikettenschwindel. Tatsächlich sollen nach 2008 ausgestaltete Käfige zum Einsatz kommen, die den Hühnern nur 250 cm2 mehr Platz bieten -das bedeutet insgesamt nur wenig mehr Platz als eine DIN A4 Seite. Die Tierschutzorganisation vermutet, dass die Diskussion rund ums Schächten ein reines Ablenkungsmanöver war, um auf weitere Schwachpunkte des Gesetzes-Entwurfes nicht eingehen zu müssen. "Die Vorreiterrolle Österreichs und unser Image als Feinkostladen Europas hätten wir mit dieser Gesetzes-Variante endgültig verspielt. Aber vielleicht wird sich mit einer Tierschutz affinen Bundespräsidentschaft doch noch das Blatt zum Guten wenden", hofft Wolf auf Licht am Ende des Tunnels.

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